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FSB-Chef Bailey warnt G20 vor drohendem Dreifachschlag für Finanzstabilität

Andrew Bailey mahnt: Steigende Finanzierungskosten könnten mehrere Schwachstellen im globalen System gleichzeitig aktivieren.

FSB-Chef Bailey warnt G20 vor drohendem Dreifachschlag für Finanzstabilität

Der Vorsitzende des Financial Stability Board (FSB), Andrew Bailey, hat die G20 eindringlich vor einem potenziellen „doppelten oder dreifachen Schlag" für die globale Finanzstabilität gewarnt. In einem Schreiben an die G20-Finanzminister und Zentralbankgouverneure erklärte Bailey, dass engere Finanzierungsbedingungen dazu führen könnten, dass sich mehrere Schwachstellen im System gleichzeitig manifestieren. Bailey ist neben seiner Rolle als FSB-Vorsitzender auch Gouverneur der Bank of England.

Das Schreiben erging im Vorfeld des Treffens globaler politischer Entscheidungsträger beim Internationalen Währungsfonds (IWF), das diese Woche in Washington stattfindet. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt: Die Warnungen sollen die Agenda der einflussreichen Runde aus Finanzministern und Notenbankchefs prägen, bevor konkrete Beschlüsse gefasst werden.

Drei Schwachstellen im Fokus

Bailey identifiziert in seinem Schreiben drei zentrale Risikobereiche, die bei einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen gleichzeitig unter Druck geraten könnten. Dazu zählen überreizte Vermögensbewertungen, die Hebelwirkung im Nichtbankensektor sowie Stress bei Privatkrediten. Sollten diese Schwachstellen zeitgleich aufbrechen, wäre die Wirkung auf das Finanzsystem erheblich verstärkt.

Als möglichen Auslöser für Finanzturbulenzen nennt Bailey eine Neubewertung durch die Finanzmärkte: Sollten die Märkte dazu übergehen, deutlich stärkere Auswirkungen auf das globale Wirtschaftswachstum einzupreisen, könnte dies abrupte Kurseinbrüche bei Aktien auslösen. Diese könnten laut Bailey zeitgleich mit einem verstärkten Fokus auf die Bewertungen privater Vermögenswerte zusammenfallen – eine gefährliche Kombination.

Banken zeigen sich widerstandsfähig

Trotz der erheblichen Unsicherheiten zeichnet Bailey kein vollständig düsteres Bild. Das globale Finanzsystem habe den durch den Iran-Krieg verursachten wirtschaftlichen Schock bisher verkraftet. Bailey führt dies unter anderem auf die umfangreichen Reformen zurück, die nach der globalen Finanzkrise von 2008 eingeleitet wurden.

Die Banken seien widerstandsfähig geblieben, was die Stärke dieser Reformen widerspiegele. Gleichzeitig nutzt Bailey die Gelegenheit, um die Bedeutung der vollständigen Umsetzung der Basel-III-Eigenkapitalregeln zu unterstreichen. Diese internationalen Kapitalstandards sollen sicherstellen, dass Banken auch in Krisenzeiten ausreichend Puffer vorhalten.

Nichtbankensektor als wachsendes Risiko

Besondere Aufmerksamkeit widmet Bailey dem sogenannten Schattenbankensektor – also Finanzakteuren außerhalb des klassischen Bankensystems wie Hedgefonds, Private-Equity-Gesellschaften und Kreditfonds. Die Hebelwirkung in diesem Bereich gilt als schwerer kontrollierbar, da er weniger streng reguliert ist als der traditionelle Bankensektor.

Der Hinweis auf Stress bei Privatkrediten ist ebenfalls bedeutsam: Der Markt für private Kreditvergabe hat in den vergangenen Jahren stark an Volumen gewonnen und gilt als potenzieller Risikoherd, dessen Verwundbarkeit in einem Umfeld steigender Zinsen und schwächeren Wachstums zunimmt. Baileys Warnung macht deutlich, dass die internationale Finanzaufsicht diesen Bereich mit wachsender Sorge beobachtet.

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