FTSE 100: L&G, M&G und Spirax unter Verkaufsdruck
Sell-Ratings von Goldman Sachs, Citigroup und UBS belasten den britischen Versicherungssektor trotz starker Vorwochen-Performance.

Verkaufsempfehlungen führender Investmentbanken haben am 11. August 2026 die positive Stimmung im britischen Versicherungssektor getrübt. Legal & General Group (L&G), M&G und die Spirax Group gehörten zu den größten Verlierern im FTSE 100, während Energiewerte und Bergbautitel die Verluste im Index abfederten.
Der FTSE 100 handelte weitgehend unverändert bei 10.865 Punkten – in Einklang mit anderen europäischen Leitindizes. Damit liegt der britische Leitindex nur knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 11.000 Punkten, die er in der letzten Juli-Sitzung um lediglich 12 Punkte verfehlte.
Starke Vorwochen-Rally trifft auf Skepsis der Banken
L&G hatte in den Wochen zuvor eine beeindruckende Kursrally verzeichnet. Die Aktie schloss die vergangene Woche mit einem Zuwachs von 29 % gegenüber Mitte Mai ab und erreichte einen Höchststand von 318 Pence. Auslöser war unter anderem der Zwischenbericht vom Mittwoch, in dem CEO António Simões einen Anstieg des operativen Kerngewinns um 7 % sowie eine Dividendenerhöhung um 2 % bekanntgab.
Die Reaktion der Analysten war zunächst positiv: Barclays bekräftigte seine „Overweight"-Einstufung und hob das Kursziel auf 330 Pence an. Berenberg bewertete die Aktie sogar mit einem Rekordkursziel von 385 Pence. Doch in dieser Woche schlug die Stimmung um.
Goldman Sachs, Citigroup und UBS wechselten allesamt zu Verkaufsempfehlungen für L&G. Die UBS begründet ihre Skepsis damit, dass der jüngste Kursanstieg die Aktie in die Nähe des oberen Endes ihrer Sum-of-the-Parts-Bewertungsspanne von 210 bis 315 Pence getrieben hat. Die Rally wurde laut UBS sowohl durch Übernahmespekulationen als auch durch die Aussicht auf Dividendenerhöhungen von 2 % in den Jahren 2026 und 2027 befeuert – Faktoren, die die Bank als weitgehend eingepreist betrachtet.
M&G ebenfalls herabgestuft – UBS bevorzugt Aviva und Standard Life
Auch M&G geriet unter Druck. Die UBS stufte die Aktie nach einem Anstieg von 33 % seit Ende März auf „Sell" herab. Als Begründung nannte die Bank, dass britische Lebensversicherer in den vergangenen drei Monaten besser abgeschnitten haben als der europäische Sektor – und damit viel Positives bereits im Kurs enthalten sei.
Stattdessen bevorzugt die UBS Aviva und Standard Life. Bei Aviva sieht die Bank wichtige Katalysatoren, darunter einen sich erholenden britischen Kfz-Versicherungsmarkt sowie prognostizierte Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre.
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Zur AktienanalyseSpirax mit Rückschlag am Ergebnistag
Auch die Spirax Group, die seit dem 8. Juli mit einem Plus von mehr als 20 % zu den stärksten FTSE-100-Werten des Sommers zählte, erlitt am heutigen Ergebnistag einen Rückschlag. Details zu den veröffentlichten Zahlen lagen zunächst nicht vor.
Auf der Gewinnerseite standen unterdessen die Energieriesen BP und Shell, die von einem Brent-Rohölpreis von 88 US-Dollar pro Barrel profitierten. Auch die Bergbaukonzerne Rio Tinto und Glencore verzeichneten robuste Kursgewinne und stützten damit den Gesamtindex. Für deutsche Anleger mit Blick auf britische Dividendenwerte bleibt die Lage im Versicherungssektor damit vorerst zweigeteilt: starke Fundamentaldaten, aber zunehmend kritische Bewertungen seitens der großen Investmentbanken.


