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FTSE Russell erleichtert Indexaufnahme für SpaceX-Börsengang und Megacaps

Der Indexanbieter ändert seine Regeln, damit frisch börsennotierte Megacaps bereits nach fünf Handelstagen aufgenommen werden können.

FTSE Russell erleichtert Indexaufnahme für SpaceX-Börsengang und Megacaps

FTSE Russell hat seine Aufnahmeregeln für US-Indizes grundlegend geändert. Frisch börsennotierte Large-Cap-Unternehmen können künftig bereits nach fünf Handelstagen in die Russell-Indexfamilie aufgenommen werden – vorausgesetzt, der Wert ihrer frei verfügbaren Aktien liegt über der jeweiligen Index-Schwelle. Die Änderungen treten mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Bislang mussten neu börsennotierte Unternehmen bis zur nächsten jährlichen Überprüfung der Indizes warten, bevor sie überhaupt für eine Aufnahme in Frage kamen. Diese Wartezeit konnte je nach Zeitpunkt des Börsengangs viele Monate betragen – ein erheblicher Nachteil für passive Anleger, die an der Wertentwicklung solcher Unternehmen teilhaben wollten.

SpaceX im Fokus: Der möglicherweise größte Börsengang der Geschichte

Der Schritt von FTSE Russell ebnet insbesondere den Weg für SpaceX. Das von Elon Musk geführte Satellitenunternehmen soll Berichten zufolge nur noch Wochen von einem Börsengang entfernt sein. Analysten erwarten weithin, dass dieser IPO der größte in der Geschichte der Finanzmärkte werden könnte. Eine schnelle Indexaufnahme hätte weitreichende Konsequenzen: Passive Fondsmanager, die verpflichtet sind, Aktien der im Index enthaltenen Unternehmen zu kaufen, würden zu einer bedeutenden Nachfragequelle für SpaceX-Aktien werden.

Neben SpaceX werden laut einem Bericht des Wall Street Journal auch die KI-Wettbewerber OpenAI und Anthropic als potenzielle Kandidaten für Blockbuster-Börsengänge im weiteren Jahresverlauf gehandelt. Die Aussicht auf eine Reihe hochkarätiger IPOs hat die großen Indexanbieter offenbar unter Zugzwang gesetzt.

Branchenweiter Trend: Indexanbieter passen sich an

FTSE Russell ist dabei nicht der einzige Anbieter, der seine Regeln anpasst. Die Nasdaq kündigte bereits im März eigene Schnellzugangsregeln für neu notierte Unternehmen an. S&P Dow Jones Indices gab im April bekannt, eine Konsultation zu einer ähnlichen Regeländerung durchzuführen. Die Branche reagiert damit geschlossen auf die bevorstehende Welle großer Börsengänge.

Dass Handlungsbedarf besteht, machte S&P Dow Jones Indices selbst deutlich: Das Festhalten an bestehenden Regeln könnte „die Wirksamkeit des Gesamtindex als Benchmark beeinträchtigen", hieß es zum Auftakt der Konsultation. Diese Aussage unterstreicht, wie existenziell die Frage der Aufnahmeregeln für die Relevanz und Glaubwürdigkeit der Indizes geworden ist.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung besonders relevant: Wer über ETFs oder Indexfonds in US-amerikanische Aktienindizes investiert, profitiert künftig deutlich schneller von der Wertentwicklung neu börsennotierter Megacaps. Bislang mussten passive Anleger oft monatelang warten, bis solche Unternehmen überhaupt in ihre Portfolios Einzug hielten – und verpassten dabei häufig die erste Kursphase nach dem Börsengang.

FTSE Russell gehört zur London Stock Exchange Group (LSEG) und ist einer der weltweit führenden Anbieter von Finanzindizes. Die Russell-Indexfamilie, darunter der bekannte Russell 2000 und Russell 1000, gilt als wichtige Benchmark für den US-amerikanischen Aktienmarkt und bildet die Grundlage für zahlreiche passive Anlageprodukte weltweit.

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