Future Minerals Forum fordert mehr gemeinsame Wertschöpfung im globalen Bergbau
Ein neuer Bericht von Future Minerals Forum und Rice University zeigt, wie Bergbauinvestitionen Gemeinschaften und Volkswirtschaften nachhaltig stärken können.

Das Future Minerals Forum und das Baker Institute for Public Policy der Rice University haben am 24. Juni einen wegweisenden Bericht zur Wertschöpfung im globalen Bergbausektor veröffentlicht. Der Bericht trägt den Titel „Building Shared Value Propositions in the Minerals Industries: Getting to How" und wurde auf dem World Mining Congress in Lima, Peru, der Öffentlichkeit vorgestellt. Verfasst wurde er von Bergbau-Veteran Mark Cutifani und der Energie- und Rohstoffexpertin Dr. Michelle Michot Foss.
Im Kern fordert der Bericht die Mineralienindustrie auf, dringend von der Absicht zur Tat zu schreiten. Die Autoren argumentieren, dass der Bergbau das Potenzial besitzt, sowohl lokale Gemeinschaften als auch nationale Volkswirtschaften zu stärken – vorausgesetzt, Investitionen und finanzielle Vorteile werden effektiv verwaltet und eingesetzt. „Der Bergbau kann lokale Gemeinschaften sowie nationale Volkswirtschaften stärken, wenn die Investitionen und Bardividenden erkennbar verwaltet und angewendet werden", betonen die Autoren.
Lieferketten und Infrastruktur als Schlüsselfaktoren
Ein zentrales Thema des Berichts ist die Bedeutung einer funktionierenden Lieferkettenlogistik. Die Autoren heben hervor, dass Bergbausektoren umfangreiche Zuliefer-Ökosysteme unterstützen und dass Beschaffung sowie Beschäftigung weitreichende Multiplikatoreffekte erzeugen. Infrastruktur wird dabei als Basis für die lokale und regionale Wirtschaftsentwicklung beschrieben, die über den Bergbau hinaus wirken soll.
Der Bericht betont zudem, dass Rahmenbedingungen, die Beständigkeit und Nachhaltigkeit von Bergbauinvestitionen gewährleisten, essenziell für die Entstehung von Mehrwert sind. Diese Rahmenbedingungen müssen laut den Autoren die Verteilung der Vorteile einbeziehen – andernfalls könnten sie keine Stabilität gewährleisten. Ressourcenreiche Regierungen sollten ihren Fokus zunächst auf komparative Vorteile legen, da wertschöpfende Investitionen fließen, sobald Bergbausektoren etabliert sind und Ergebnisse sichtbar werden.
Investitionsentscheidungen und kommerzielle Rahmenbedingungen
Für Investoren spielen laut Bericht sowohl die Qualität der Mineralressourcen als auch die Bedingungen, unter denen Investitionen getätigt werden, eine entscheidende Rolle. Günstige kommerzielle Rahmenbedingungen können demnach finale Investitionsentscheidungen unterstützen – selbst bei Projekten mit weniger attraktiven Risiko-Rendite-Profilen. „Die Geschichte des Bergbaus ist voll von Beispielen, in denen Regierungen kommerzielle Rahmenbedingungen geändert haben, um Projekten finale Investitionsentscheidungen zu ermöglichen, die sie sonst vielleicht nicht erreicht hätten", schreiben die Autoren.
Arbeitsbezogene und gesellschaftliche Wertversprechen werden im Bericht als sogenannte „oberirdische Risiken" identifiziert. Sicherheit, Gesundheit und gesellschaftliche Akzeptanz müssen angegangen werden, um eine soziale Betriebsgenehmigung – die sogenannte „Social Licence to Operate" – zu sichern. Transparenz, Vertrauen und Zuversicht bei der Zuteilung wirtschaftlicher Vorteile erleichtern es dabei, die Interessen der Industrie mit gesellschaftlichen Prioritäten in Einklang zu bringen.
Sieben Säulen der langfristigen Nachhaltigkeit
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Zur AktienanalyseDie Autoren definieren wirtschaftliche Nachhaltigkeit als zentrales Konzept für die Vertiefung des Wertversprechens im Bergbau. Sie benennen konkret sieben Säulen, an die langfristige wirtschaftliche Nachhaltigkeit gebunden ist:
- Sicherheit und Gesundheit
- Umweltleistung
- Soziale Leistung
- Talentpools
- Wiederauffüllung von Ressourcen und Produktionsgrundlagen
- Operative Stückkosten in der unteren Hälfte der globalen Kostenkurven
- Bilanzstärke
Der Bericht hebt zudem die Bedeutung zeitnaher Projektgenehmigungen hervor. Knappe und wertvolle natürliche Ressourcen werden demnach am effektivsten erschlossen, wenn sie auf Nachfrage und Gelegenheiten abgestimmt sind. Angebotsschocks und anhaltende Versorgungslücken gehen laut den Autoren mit sinkender Effizienz einher – Ineffizienzen, die sich auch auf staatliche Maßnahmen erstrecken.
Abschließend appelliert der Bericht an Regierungen weltweit, ihre Bemühungen zur Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen für den Bergbau zu verstärken. Die Erfahrung zeige, dass Investitionsflüsse ohne die Bereitschaft der Staaten zur Schaffung unterstützender Bedingungen nicht gesichert werden können. Gleichzeitig warnen die Autoren davor, die Erwartungen an Bergbauinvestoren unrealistisch hoch anzusetzen – ein ausgewogenes Erwartungsmanagement sei entscheidend für erfolgreiche Ergebnisse.


