ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Galeria in der Krise: Droht die vierte Insolvenz schon bald?

Ausbleibende Mietzahlungen, schlechte Bonität und drohende Filialschließungen – die Warnsignale bei Galeria häufen sich dramatisch.

Galeria in der Krise: Droht die vierte Insolvenz schon bald?

Die Warenhauskette Galeria wirbt derzeit mit Rabatten auf ihrer Internetseite: 10 Euro Nachlass ab einem Einkaufswert von 60 Euro, 40 Euro ab 200 Euro. Auf den ersten Blick ist das wenig ungewöhnlich – viele Händler locken Konsumenten in kaufschwachen Zeiten mit Sonderangeboten. Doch hinter der Rabattaktion könnten tiefere Probleme stecken.

Denn die Anzeichen verdichten sich, dass Galeria erneut in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Laut einem Bericht der „Immobilien Zeitung" haben mehrere Vermieter beklagt, dass Mietzahlungen für den Monat April ausgeblieben sind. Betroffen ist unter anderem die prominente Filiale am Berliner Alexanderplatz, deren Immobilie der Commerz Real gehört.

„Wir beobachten das mit Sorge. Bisherige Kontaktversuche sind ins Leere gelaufen. Es ist niemand erreichbar, so dass wir uns fragen, wie es jetzt weitergeht", sagte ein Sprecher von Commerz Real gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Ein weiteres Unternehmen bestätigte der dpa, dass die April-Miete bislang nicht vollständig und pünktlich eingegangen sei. In einigen Fällen soll Galeria sogar um eine Stundung der Zahlungen gebeten haben.

Experten sehen strukturelle Probleme

Galeria selbst hält sich bedeckt. Auf Nachfrage teilte das Unternehmen lediglich mit, man kommentiere keine internen Vertragsdetails sowie laufende Gespräche und Verhandlungen. Handelsberater Johannes Berentzen von der BBE erkennt zwar durchaus positive Entwicklungen seit der letzten Insolvenz – etwa gesunkene Mieten, Kooperationen mit Lidl und Decathlon sowie eine stärkere lokale Ausrichtung. Dennoch bleibt er kritisch: „Doch ohne ausreichend Investitionskapital lässt sich ein Kaufhaus nicht transformieren – das rächt sich jetzt." Galeria sei ein überdimensioniertes Modell ohne klares Profil. Solange dieses Problem ungelöst bleibe, sei eine vierte Insolvenz „eine reale Gefahr".

Ein Blick in die jüngere Geschichte des Unternehmens verdeutlicht das Ausmaß der Dauerkrise. Anfang 2024 musste die Kette zum dritten Mal innerhalb von nur vier Jahren Insolvenz anmelden – ausgelöst durch die finanzielle Schieflage des Mutterkonzerns Signa sowie hohe Mietkosten. Am Ende des Verfahrens wurden neun der 92 Standorte geschlossen, deutlich weniger als Branchenexperten erwartet hatten.

Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC sowie einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die neuen Eigentümer riefen den Neustart aus und kündigten Investitionen von bis zu 100 Millionen Euro in den nächsten zwei bis drei Jahren an. Experten hegten bereits damals Zweifel, ob diese Summe ausreichen würde. Das Unternehmen verlegte seine Zentrale von Essen nach Düsseldorf und strich die traditionsreichen Namen Kaufhof und Karstadt aus dem Firmennamen.

Kurze Euphorie, dann erneuter Rückschlag

Im Herbst 2025 zeigte sich die Führungsebene noch zuversichtlich. Erstmals seit mehr als zehn Jahren sei ein Geschäftsjahr operativ profitabel abgeschlossen worden, hieß es. Alle Standorte hätten schwarze Zahlen geschrieben. „Das unterstreicht die Stabilität unseres neuen Geschäftsmodells und zeigt: Galeria funktioniert wieder aus eigener Kraft", erklärte Geschäftsführer Christian Sailer.

Doch die Erholung erwies sich als kurzlebig. Zum Jahresende berichtete die Fachzeitschrift „Textilwirtschaft", dass Umsatz und Gewinn eingebrochen seien. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern und sprach lediglich von einem Start ins neue Geschäftsjahr „im Rahmen der Erwartungen" sowie einer „soliden Finanzierung". Im März 2025 geriet Galeria erneut in die Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass die Mietverträge von acht Standorten neu verhandelt werden müssen.

Betroffen sind Filialen an folgenden Standorten:

  • München (Rotkreuzplatz)
  • Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz)
  • Köln (Hohe Straße, Breite Straße)
  • Mannheim
  • Braunschweig
  • Aschaffenburg

Sollten die Verhandlungen scheitern, seien Schließungen möglich, teilte Galeria mit.

Creditreform warnt: Kreditvergabe zu riskant

Besonders alarmierend ist die Einschätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Diese rät laut einem Sprecher ausdrücklich von Krediten für Galeria ab. Auch nach Aufhebung des letzten Insolvenzverfahrens im Jahr 2024 gelte eine Geschäftsverbindung als riskant. Der Bonitätsindex des Unternehmens liegt weiterhin bei 500 – auf einer Skala, bei der 600 den schlechtesten Wert darstellt.

Handelsexperte Jörg Funder von der Hochschule Worms bringt es auf den Punkt: „Das war doch absehbar." Am Konzept von Galeria habe sich kaum etwas verändert, aus den gescheiterten Sanierungen sei offenbar wenig gelernt worden. „Schlechtes Management trifft hier auf ein schwieriges Konsumklima." Dennoch sieht der Professor für Unternehmensführung im deutschen Markt weiterhin Potenzial für 45 bis 50 Filialen eines zentralisierten Warenhauses – sofern das Konzept grundlegend überarbeitet wird.

Galeria InsolvenzGaleria KriseGaleria FilialschließungenWarenhauskette DeutschlandGaleria MietzahlungenCreditreform GaleriaGaleria Nrdc

Disclaimer