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Gasknappheit bedroht Großbritanniens Energieversorgung

Niedrige Speicherstände und fehlende Reserven belasten Haushalte und Infrastruktur

Gasknappheit bedroht Großbritanniens Energieversorgung

Großbritanniens Gasvorräte sind derzeit auf einem besorgniserregend niedrigen Stand. Nach einer Kältewelle verfügt das Land nur noch über Gasreserven, die weniger als eine Woche des aktuellen Bedarfs decken können. Dies teilte Centrica, der Betreiber des größten Gaslagerstandorts des Landes, am Freitag mit. Nach Angaben des Unternehmens sind die Gasspeicher in Großbritannien zum 9. Januar 2025 um 26 % leerer als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres und derzeit nur etwa zur Hälfte gefüllt.

Großbritannien ist stark von Gas abhängig, sowohl zur Beheizung von Wohnhäusern als auch für die Stromerzeugung. Der Rough-Gasspeicher von Centrica, ein erschöpftes Gasfeld vor der Ostküste Englands, stellt etwa die Hälfte der gesamten Speicherkapazität des Landes dar. Nach einer Stilllegung im Jahr 2017 wurde der Speicher im Jahr 2022 mit reduzierter Kapazität wieder in Betrieb genommen. Dies geschah im Zuge der globalen Energiekrise, die durch den russischen Einmarsch in die Ukraine ausgelöst wurde.

Centrica erklärte, es könne zwei Milliarden Pfund investieren, um den Speicher auf seine maximale Kapazität zu bringen. Allerdings sei dafür staatliche Unterstützung in Form eines Preisdeckel- und Bodensystems erforderlich, um die Investition rentabel zu machen. Chris O'Shea, der Vorstandsvorsitzende von Centrica, betonte, dass Haushalte in Großbritannien bei voller Auslastung von Rough in den vergangenen Jahren jährlich 100 Pfund bei ihren Gas- und Stromrechnungen hätten sparen können.

Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern verfügt Großbritannien über keine verpflichtende Vorgabe für Mindestfüllstände in seinen Gasspeichern. Europa hatte solche Ziele nach den Preissprüngen und Versorgungsängsten während der Energiekrise eingeführt. O'Shea bezeichnete Großbritannien in diesem Zusammenhang als Außenseiter und hob hervor, dass die Auswirkungen dieses Defizits nun spürbar seien.

Zusätzlich wurde darauf hingewiesen, dass Windenergie im vergangenen Jahr 20 % des Stromverbrauchs in Europa deckte. Allerdings sei die im Jahr neu installierte Kapazität weniger als die Hälfte dessen, was notwendig wäre, um die europäischen Ziele zu erreichen. Dieses Missverhältnis verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Energieversorgung in Großbritannien und Europa insgesamt steht.

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