Gasnetzgebühren steigen 2025 drastisch an
Schnelle Abschreibung soll Kosten verteilen und verbleibende Gaskunden vor hoher Last schützen

In Deutschland steht eine erhebliche Verteuerung der Gasnetzgebühren bevor, die bereits im nächsten Jahr spürbar werden könnte. Hintergrund dieser Entwicklung ist der schrittweise Rückgang der Gaskunden aufgrund des Umstiegs auf alternative Heizmethoden wie Wärmepumpen. Dieser Trend führt dazu, dass immer weniger Haushalte und Unternehmen das Gasnetz nutzen, was wiederum die verbleibenden Nutzer stärker belastet. Um zu verhindern, dass die letzten verbleibenden Gaskunden die gesamten Kosten des Netzes tragen müssen, plant die Bundesnetzagentur eine Anpassung der sogenannten "Kalkulatorischen Nutzungsdauern". Diese Maßnahme könnte dazu führen, dass die Gasnetzbetreiber ihre Netze schneller abschreiben können, was eine Umverteilung der Kosten zur Folge hätte.
Die mögliche Kostensteigerung variiert je nach Region und Betreiber erheblich. Während die Bundesnetzagentur von einer durchschnittlichen Erhöhung der Gasnetzentgelte um 20 Prozent spricht, schätzt die Rechtsberatung Rödl & Partner die mögliche Steigerung auf bis zu 40 Prozent. Diese Entwicklung wird damit begründet, dass es besser sei, die Kosten frühzeitig zu erhöhen, anstatt sie in den kommenden Jahren oder Jahrzehnten weiter anzuhäufen. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, die verbleibenden Gaskunden vor zu hohen Kosten in der Zukunft zu schützen.
Besonders betroffen von den steigenden Gasnetzgebühren könnten Regionen sein, in denen die Energiewende bereits weit fortgeschritten ist. In diesen Gebieten sind oftmals schon Konzepte zur Versorgung mit Fernwärme und Wärmepumpen umgesetzt, wodurch die Anzahl der Gaskunden weiter sinkt. Gasnetzbetreiber, die ihre Netze schneller abschreiben wollen, müssen dies begründen. Dabei hängt die genaue Höhe der Gasnetzgebühren nicht nur von der Region, sondern auch vom individuellen Gasverbrauch ab. Großabnehmer wie Unternehmen zahlen im Durchschnitt geringere Netzentgelte pro Kilowattstunde als Haushaltskunden.
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Zur AktienanalyseDie wirtschaftlichen Auswirkungen der steigenden Gasnetzgebühren sind unterschiedlich. Während die Erhöhung für Haushalte nur eine geringfügige Mehrbelastung darstellt, könnte sie für Unternehmen je nach Größe und Netzgebiet erheblich ausfallen. Experten warnen vor möglichen Härtefällen, insbesondere in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage. Dennoch wird die frühzeitige Abschreibung der Gasnetze grundsätzlich als sinnvoll erachtet, da sie eine gerechtere Verteilung der Kosten ermöglicht und Unternehmen, die nur schwer auf alternative Energien umsteigen können, entlastet. Der genaue Umfang der Preisanstiege wird jedoch erst im Oktober klar, wenn die Gasnetzbetreiber ihre Gebühren für das kommende Jahr veröffentlichen.


