Gavi plant Einsatz von 600 Millionen Dollar für Malaria-Impfprogramme
Die globale Impfstoffallianz Gavi will bald freigegebene US-Mittel gezielt für Malaria-Bekämpfung und weitere Impfprogramme nutzen.

Die globale Impfstoffallianz Gavi hat am Montag bekanntgegeben, dass sie 600 Millionen Dollar aus bald wieder freigegebenen US-Mitteln für den Kampf gegen Malaria und andere Impfprogramme einsetzen möchte. Die Organisation erfüllt dabei gleichzeitig die Bedingungen der US-Regierung, das quecksilberhaltige Konservierungsmittel Thimerosal schrittweise aus ihrem Impfstoffportfolio zu entfernen. Die endgültige Entscheidung über die Verwendung der Gelder liegt beim Vorstand der Gruppe.
Malaria dürfte dabei ein zentraler Schwerpunkt sein. Anfang des Jahres hatte Gavi gewarnt, dass eine Finanzierungslücke von 1,9 Milliarden Dollar im Budget für den Zeitraum 2026 bis 2030 dazu führen könnte, dass weniger Kinder in Subsahara-Afrika von neuen Malaria-Impfstoffen profitieren würden. Die nun in Aussicht gestellten Mittel könnten diese Lücke zumindest teilweise schließen.
Hintergrund: Warum wurden die Gelder zurückgehalten?
Die 600 Millionen Dollar waren vom US-Kongress für die Jahre 2025 und 2026 genehmigt worden, wurden jedoch von US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. eingefroren. Kennedy hatte im Juni vergangenen Jahres ohne Belege behauptet, Gavi ignoriere Sicherheitsaspekte bei Impfstoffen. Zudem hatte er die Freigabe der Mittel an die Bedingung geknüpft, das Konservierungsmittel Thimerosal schrittweise abzuschaffen.
Impfgegner-Gruppen – darunter eine von Kennedy selbst gegründete Organisation – behaupten seit Jahrzehnten, Thimerosal stehe mit Autismus und anderen neurologischen Entwicklungsstörungen in Verbindung. Zahlreiche wissenschaftliche Studien weltweit haben jedoch keine entsprechenden Sicherheitsprobleme belegt. Dennoch hat die Kontroverse die Finanzierung von Gavi erheblich belastet.
In der vergangenen Woche erklärte US-Außenminister Marco Rubio, es sei an der Zeit, die Zusammenarbeit mit Gavi wieder aufzunehmen. Die 600 Millionen Dollar würden der Organisation in Kürze überwiesen, ohne dass jedoch ein genaues Datum genannt wurde. Wie es um künftige US-Finanzierungen über diesen Betrag hinaus bestellt ist, bleibt weiterhin unklar.
Übergang zu thimerosal-freien Impfstoffen bereits geplant
Gavi plant, Länder künftig mit einem neueren Meningitis-Impfstoff sowie einem Kombinationsimpfstoff zu unterstützen, der gegen sechs statt bisher fünf Krankheiten schützt. Keiner der neueren Impfstoffe enthält Thimerosal. Der Vorstandsvorsitzende von Gavi betonte vergangene Woche, dass dieser Übergang bereits vor Kennedys Forderung geplant gewesen sei – als Teil des Engagements, den Ländern die wirksamsten verfügbaren Instrumente anzubieten.
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Zur AktienanalyseDie US-Gelder würden diesen Übergang nun zusätzlich beschleunigen. Ein Gavi-Sprecher unterstrich die Bedeutung der Mittel: „Die Sicherung dieser Kongressmittel sowie die Zusagen anderer Geber werden entscheidend sein." Ohne ausreichende Finanzierung drohen Einschränkungen nicht nur bei der Malaria-Bekämpfung, sondern auch bei Präventionskampagnen gegen Krankheiten wie Cholera sowie bei der Auffüllung weltweiter Impfstoffvorräte.
Die Entwicklung zeigt, wie stark internationale Gesundheitsinitiativen von politischen Entscheidungen in Washington abhängen. Für Millionen von Kindern in Subsahara-Afrika könnte die Freigabe der Mittel jedoch einen entscheidenden Unterschied machen – insbesondere im Kampf gegen Malaria, eine der tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit.


