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Gazprom liefert erstes LNG nach Sanktionen

Portowaja-Schiffsdaten zeigen begrenzte Exportmengen in Richtung China

Gazprom liefert erstes LNG nach Sanktionen

Russlands Energiekonzern Gazprom hat erstmals seit der im Januar verhängten US-Sanktionen wieder eine Ladung verflüssigten Erdgases aus dem LNG-Werk Portowaja nach China geliefert. Das geht aus aktuellen LSEG-Schiffsdaten hervor. Der Gastransporter Valera, früher unter dem Namen Velikiy Novgorod unterwegs, brachte die Fracht vom Standort an der Ostsee zum LNG-Terminal Beihai. Die Nutzung dieses chinesischen Umschlagpunkts erfolgt auch durch Russlands größten LNG-Produzenten Novatek, der dort Lieferungen aus dem Projekt Arctic LNG 2 anlandet.

Die Daten zeigen, dass das Schiff am 28. Oktober in Portowaja beladen wurde und inzwischen den südchinesischen Hafen Tieshan erreicht hat. Fachleute rechnen damit, dass Lieferungen aus Portowaja im Winter nur in begrenztem Umfang möglich sein werden. Martin Senior, Preisverantwortlicher bei der Agentur Argus, verwies auf die geringe Terminalgröße und die begrenzte Zahl verfügbarer Transporter, die mit dem Werk verbunden sind. Nach seiner Einschätzung dürfte die Exportfrequenz bei rund einer Ladung pro Monat liegen.

Senior stellte dies höheren erwarteten Winterexporten des Projekts Arctic LNG 2 gegenüber, das trotz stärkerer Eisbildung im nördlichen Seegebiet aufgrund einer größeren Zahl einsatzfähiger Tanker und einer höheren Terminalkapazität etwa drei Ladungen monatlich verschicken könne. Das LNG-Werk Portowaja ist eine kleinformatige Anlage mit einer Jahreskapazität von 1,5 Millionen Tonnen und wurde im September 2022 in Betrieb genommen. Die Exporte waren im Februar dieses Jahres nach Einführung der US-Maßnahmen ausgesetzt worden, die darauf abzielen, Russlands Fähigkeit zur Produktion und Ausfuhr von LNG zu beeinträchtigen und die entsprechenden Einnahmen zu mindern.

In der Anfangsphase gingen viele Lieferungen aus Portowaja in die Türkei und nach Griechenland, ehe sich die Absatzmärkte auf China, Spanien und Italien erweiterten. Vor den Sanktionen verließen im Winter durchschnittlich zwei Ladungen pro Monat das Werk. Seit März 2025 wurde nur noch eine monatliche Lieferung in die russische Exklave Kaliningrad registriert.

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