Gen Z Nostalgie: Abercrombie & Fitch vor Comeback dank 2016-Trend
Ein viraler Social-Media-Trend lässt die Generation Z in Erinnerungen an 2016 schwelgen – und könnte Mall-Marken wie Abercrombie & Fitch, Hollister und Victoria's Secret eine Renaissance bescheren. Experten sehen wirtschaftliche Unsicherheit als Treiber d

Die Generation Z sehnt sich zurück nach 2016. Was als Internet-Meme begann, entwickelt sich zu einem kulturellen Phänomen mit handfesten Auswirkungen auf den Einzelhandel. Seit Anfang Januar sind nutzergenerierte "2016"-Playlists auf Spotify um 790% gestiegen, das Google-Suchvolumen für "2016 aesthetic" erreichte Rekordwerte. Für Investoren stellt sich nun die Frage: Welche Aktien profitieren vom Retro-Boom?
Wirtschaftliche Unsicherheit treibt Nostalgie
Joanne Hsu, Direktorin für Verbraucherumfragen an der University of Michigan, sieht klare Gründe für die Sehnsucht nach 2016. Die damalige Ära war geprägt von niedriger Inflation, günstigen Zinsen und einer robusten Wirtschaft nach der Finanzkrise. "Das heutige Revival ist eine negative Reaktion auf die Volatilität hoher Preise und die unruhige Politik", erklärt Hsu. Besonders auffällig: Junge Erwachsene bewerten die wirtschaftliche Lage mittlerweile ebenso pessimistisch wie ältere Generationen – historisch ein Novum.
Mediaprofessor Jamie Cohen vom Queens College spricht von einer "beständigen Retro-Nostalgie". Junge Erwachsene schwelgen in Erinnerungen an die letzte Zeit vor der "Enshittification" der sozialen Medien, als Plattformen noch authentischer und weniger performativ waren.
Abercrombie & Fitch: Vom Skandal zum Comeback
Einzelhandelsexperte Jan Kniffen sieht Abercrombie & Fitch samt Tochter Hollister "zur richtigen Zeit am richtigen Ort". Die Marken könnten vom 2016-typischen "Peak Casual but Hot Fashion"-Stil profitieren. Hollister startete bereits eine Instagram-Kampagne mit stark gefilterten Bildern von Polaroid-Kameras und Skinny Jeans – klassische 2016-Symbole.
Der zeitliche Abstand bietet Marken mit früheren PR-Krisen die Chance zur Neupositionierung. "Solange es dem Unternehmen gelingt, alle schlechten Aspekte herauszufiltern, hat das Management eine Chance", so Medienprofessor Cohen. Social-Media-Stratege Joel Marlinarson ergänzt: Marken mit hohem Bekanntheitsgrad, die aber kulturelle Relevanz verloren haben, seien am besten positioniert.
Diese Aktien könnten profitieren
Levi Strauss dürfte von der Rückkehr zu Skinny- und Slim-Straight-Jeans profitieren. Kniffen lobt jüngere Kollektionen, die alte Silhouetten erfolgreich wiederbeleben. Auch American Eagle Outfitters könnte durch seine Spezialisierung auf "klassischen Denim-Normcore" gewinnen, trotz jüngster Schwierigkeiten.
Victoria's Secret befand sich 2016 auf dem Höhepunkt seiner kulturellen Popularität. Die Marke hat mit einer Strategie hin zu mehr Inklusivität und der Rückkehr ihrer Runway-Show 2024 bereits Weichen für ein Comeback gestellt. Urban Outfitters samt den Marken Anthropologie und Free People wird ebenfalls als potenzieller Profiteur genannt.
Kylie Cosmetics und Sneaker-Kultur im Aufwind
Der Kosmetikkonzern Coty, der eine Mehrheitsbeteiligung an Kylie Cosmetics hält, könnte besonders profitieren. Kylie Jenners Lip Kits waren 2016 Kult. Die Unternehmerin belebte kürzlich ihre "King Kylie"-Persona auf Snapchat wieder – ein Instagram-Post mit der Bildunterschrift "Man musste einfach dabei gewesen sein" erhielt fünf Millionen Likes. Auch e.l.f. Beauty setzt auf den Trend und gewann Nina Dobrev, Star der Serie "The Vampire Diaries" (2009-2017), für eine Kampagne.
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Zur AktienanalyseFoot Locker, 2025 von Dick's Sporting Goods übernommen, dürfte von der Revival der Sneaker-Kultur profitieren. "Diese Einzelhändler profitieren jedes Mal, wenn ein Retro-Core-Zyklus alte Sneaker-Bestände wiederbelebt", schreibt Kniffen. Ralph Lauren und Tommy Hilfiger (PVH) könnten bei einer Rückkehr zum "klassischen Normcore" punkten.
Trend mit Haltbarkeitsdatum
Kniffen erwartet, dass der Nostalgiezyklus mindestens bis zu den US-Zwischenwahlen 2026 anhält und danach noch weitere neun Monate andauern könnte. Einzelhandelstrends dauern in der Regel etwa 18 Monate. Weitere genannte Unternehmen sind Coach (Tapestry), Snapchat, Vans (V.F. Corporation) und Coca-Cola, das seine "Share a Coke"-Kampagne wiederbelebt hat.
Stacey Widlitz von SW Retail Advisors betont die Bedeutung präziser Trendidentifikation. Marken müssten die Ideale verkörpern, die die "Vibe-orientierte Generation Z" sucht: mehr Authentizität, weniger Intentionalität. Für Anleger bietet der 2016-Trend eine interessante Gelegenheit – allerdings mit begrenztem Zeitfenster.


