General Mills senkt Prognose drastisch: Konsumflaute belastet Lebensmittelriesen
US-Konzern erwartet nun bis zu 20 Prozent Gewinnrückgang statt bisheriger 15 Prozent.

Der US-Lebensmittelkonzern General Mills hat seine Jahresprognosen deutlich nach unten korrigiert. Das Unternehmen, das Marken wie Häagen-Dazs und Old El Paso im Portfolio hat, rechnet nun mit einem Umsatzrückgang von 1,5 bis 2 Prozent. Zuvor hatte der Konzern noch eine Spanne von minus 1 bis plus 1 Prozent in Aussicht gestellt.
Besonders dramatisch fällt die Anpassung beim Gewinn aus. General Mills erwartet beim bereinigten operativen Ergebnis und beim Gewinn je Aktie nun einen Rückgang von 16 bis 20 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Die bisherige Prognose hatte lediglich ein Minus von 10 bis 15 Prozent vorgesehen.
Verbraucher greifen zu günstigeren Alternativen
Als Hauptgrund für die Prognosesenkung nennt General Mills die schwache Konsumstimmung in den USA. Amerikanische Verbraucher schränken ihre Ausgaben für Lebensmittel ein und wechseln verstärkt zu günstigeren Eigenmarken. "Eine schwache Konsumstimmung, erhöhte Unsicherheit und erhebliche Volatilität haben das Kategoriewachstum belastet", erklärte das Unternehmen vor seiner Präsentation auf der CAGNY-Konferenz in New York.
Die Entwicklung führt zu einer langsameren Erholung des Absatzvolumens als ursprünglich erwartet. Gleichzeitig sieht sich General Mills mit höheren Kosten konfrontiert. Die Kombination aus sinkenden Mengen und steigenden Ausgaben setzt die Margen des Konzerns unter Druck.
Branche unter Druck: PepsiCo senkt bereits Preise
General Mills steht mit seinen Problemen nicht allein da. Anfang Februar hatte bereits PepsiCo reagiert und die Preise für Kernmarken wie Lay's und Doritos um bis zu 15 Prozent gesenkt. Der Schritt erfolgte als Reaktion auf massive Verbraucherproteste gegen vorangegangene Preiserhöhungen.
Die gesamte Branche kämpft mit strukturellen Veränderungen im Konsumverhalten. Neben der Preissensibilität der Verbraucher macht den Herstellern auch der Trend zu gesünderen Lebensmitteln zu schaffen. Zudem gewinnen GLP-1-Medikamente zur Gewichtsreduktion an Bedeutung, was die Nachfrage nach verpackten Lebensmitteln zusätzlich dämpfen könnte.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseGemischte Signale aus der Branche
Interessanterweise hielt Branchenkonkurrent Conagra trotz eines schwachen zweiten Quartals an seinen Jahreszielen fest. Der Hersteller von Slim-Jim-Fleischsnacks zeigt sich damit optimistischer als General Mills, was auf unterschiedliche Produktportfolios und Zielgruppen hindeutet.
Die Anleger reagierten prompt auf die Hiobsbotschaft: Die Aktien von General Mills verloren im vorbörslichen Handel 3 Prozent an Wert. Die Prognosesenkung kommt überraschend, nachdem das Unternehmen seinen Ausblick im Dezember noch unverändert gelassen hatte.


