Geplatzter Werftverkauf: Bundesregierung blockiert Deal mit Carlyle
Bedenken gegen US-Investor und neue Interessenten verzögern Entscheidung über TKMS-Verkauf

Der Verkauf der Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) an den US-Finanzinvestor Carlyle ist gescheitert. Die Verhandlungen zwischen dem Industriekonzern Thyssen-Krupp und Carlyle, die bereits eine Vereinbarung getroffen hatten, wurden aufgrund des Widerstands der Bundesregierung abgebrochen. Die Regierung wollte andere Optionen prüfen, bevor sie dem Verkauf zustimmt. Ursprünglich war geplant, dass der Staat einen Anteil von etwa 25 Prozent an der Werft übernimmt, um hohe Bürgschaften für Aufträge von Ländern wie Deutschland, Israel und Norwegen abzusichern.
In den letzten Wochen hatte sich die Bundesregierung intensiv mit dem geplanten Verkauf befasst. Die staatliche KfW-Bankengruppe hatte eine umfangreiche Prüfung durchgeführt, deren Ergebnis positiv war und den Einstieg des Staates befürwortete. Allerdings gab es im Wirtschaftsministerium Bedenken hinsichtlich eines Verkaufs an einen US-Investor. Es kamen Berichte auf, dass sich weitere Interessenten bei der Bundesregierung gemeldet hatten, darunter die Bremer Lürssen-Gruppe, die ebenfalls im Marinegeschäft tätig ist. Es ist jedoch unklar, ob Lürssen tatsächlich Interesse an einer Übernahme von TKMS hat oder ob ein weiterer Industriepartner erforderlich wäre.
Während eines Treffens der Staatssekretäre wurde entschieden, den Verkauf an Carlyle zu vertagen, um zunächst die Alternativen zu prüfen. Auch das Bundeskanzleramt, das ursprünglich den Verkauf an Carlyle unterstützt hatte, stimmte nach längeren Diskussionen zu. Die Vorbereitung für den Carlyle-Deal war bereits weit fortgeschritten, weshalb es Zweifel gibt, ob ein anderer Investor rechtzeitig bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode im September nächsten Jahres gefunden werden kann.
Carlyle zeigte sich verwundert über die plötzliche Wende und ließ die Übernahmeofferte fallen. Der Finanzinvestor betonte, dass man weiterhin von TKMS überzeugt sei, die politischen Bedenken jedoch ein weiteres Engagement verhinderten. Auf Seiten der Regierung kam die Entscheidung von Carlyle überraschend, da in einer kürzlich abgehaltenen Sitzung keine Hinweise auf einen Rückzug gegeben wurden.
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Zur AktienanalyseThyssen-Krupp hat dennoch signalisiert, an den Plänen festzuhalten, das Marinegeschäft abzugeben. Ein Börsengang steht weiterhin zur Debatte, wobei die Bundesregierung versucht, dies zu verhindern, um die Kontrolle über den neuen Käufer zu behalten. Alternativ bleibt das Unternehmen auch für industrielle Partnerschaften offen.


