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Gilead kauft Tubulis: Evotec kassiert bis zu 158 Millionen Dollar

US-Pharmakonzern Gilead übernimmt das deutsche Biotech-Unternehmen Tubulis für bis zu fünf Milliarden Dollar.

Gilead kauft Tubulis: Evotec kassiert bis zu 158 Millionen Dollar

Der US-Pharmakonzern Gilead Sciences greift tief in die Tasche: Für bis zu fünf Milliarden Dollar übernimmt er das Münchner Biotechunternehmen Tubulis – und beschert dem Hamburger Wirkstoffforscher Evotec dabei einen beachtlichen Geldregen. Evotec hält eine Beteiligung von 3,14 Prozent an Tubulis und erwartet aus dem Verkauf seiner Anteile Voraberlöse von rund 100 Millionen Dollar.

Zusätzlich winken Evotec mögliche Meilensteinzahlungen von bis zu 58 Millionen Dollar. Damit könnte der Gesamterlös für den Hamburger Wirkstoffforscher auf bis zu 158 Millionen Dollar anwachsen. Evotec-Chef Christian Wojczewski bezeichnete den Deal als „wichtigen Meilenstein für Tubulis" und verwies auf das große Potenzial der zugrundeliegenden Technologie.

„Aus unserer eigenen Arbeit in der Erforschung und Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten wissen wir um das große Potenzial dieser Technologie für die Entwicklung von möglicherweise überlegenen Krebstherapien", so Wojczewski.

Was steckt hinter der Tubulis-Technologie?

Im Zentrum der Übernahme stehen sogenannte Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, kurz ADC. Diese experimentellen Krebsmedikamente funktionieren wie „zielsuchende Raketen": Sie transportieren eine Chemotherapie gezielt zu den Krebszellen und schonen dabei gesundes Gewebe. Genau diese Präzision macht ADC-Technologien zu einem der heißesten Felder in der Onkologie – und zu einem begehrten Übernahmeziel für große Pharmakonzerne.

Gilead zahlt zunächst 3,15 Milliarden Dollar in bar. Weitere 1,85 Milliarden Dollar können bei Erreichen bestimmter Entwicklungs- und Vertriebsziele hinzukommen. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2026 erwartet.

Gilead auf Einkaufstour: Strategie gegen Umsatzdruck

Für Gilead ist die Tubulis-Übernahme kein Einzelfall, sondern Teil einer gezielten Akquisitionsstrategie. Der Konzern steht unter Druck: Sinkende Umsätze mit seinem Corona-Medikament Veklury sowie drohende Patentabläufe zwingen das Unternehmen, sein Portfolio durch Zukäufe zu stärken.

Bereits im Februar 2026 hatte Gilead den Partner Arcellx für bis zu 7,8 Milliarden Dollar erworben, um sein Angebot an Krebstherapien auszubauen. Im März folgte die Übernahme der Biotechfirma Ouro Medicines für mehr als zwei Milliarden Dollar. Mit Tubulis setzt Gilead diese aggressive Expansionsstrategie im Onkologie-Bereich konsequent fort.

Für Privatanleger, die Evotec im Depot halten, sind die erwarteten Erlöse aus dem Tubulis-Verkauf ein positives Signal. Das Hamburger Unternehmen, das zuletzt mit operativen Herausforderungen zu kämpfen hatte, erhält durch den Deal frische Mittel – sowohl durch die Vorabzahlung als auch durch mögliche künftige Meilensteinzahlungen.

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