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Glencore: Engagement bei Radiant World übersteigt 500 Millionen Dollar

Insider berichten: Glencores Risiko gegenüber dem Eisenerzhändler Radiant World liegt zwischen 500 und 800 Millionen US-Dollar.

Glencore: Engagement bei Radiant World übersteigt 500 Millionen Dollar

Der Bergbau- und Handelskonzern Glencore steht laut Insidern mit mehr als einer halben Milliarde US-Dollar bei Radiant World in der Kreide. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen berichteten der Nachrichtenagentur Reuters, dass das Engagement des in London börsennotierten Unternehmens zwischen 500 und 800 Millionen US-Dollar beträgt. Glencore hat das Neugeschäft mit dem Eisenerzhändler inzwischen eingestellt.

Glencore selbst widerspricht dieser Darstellung entschieden. „Die Berichterstattung von Reuters ist unzutreffend. Wie wir letzte Woche bei der Bekanntgabe unserer Ergebnisse mitgeteilt haben, ist das in unseren Büchern geführte Risiko nicht wesentlich und liegt deutlich unter unserer Schwelle von 500 Millionen Dollar", erklärte der Konzern in einer offiziellen Stellungnahme. CEO Gary Nagle hatte vergangene Woche eingeräumt, dass eine Rückstellung im Zusammenhang mit Radiant World gebildet wurde – eine konkrete Zahl nannte er jedoch nicht.

Relevant für die Einordnung ist die Wesentlichkeitsgrenze, die Glencores Wirtschaftsprüfer für den Konzernabschluss 2025 festgelegt haben: Sie liegt auf Basis des Nettovermögens bei genau 500 Millionen US-Dollar. Beträge unterhalb dieser Schwelle gelten als zu gering, um das Zahlenwerk des Konzerns zu verzerren. Glencores Gewinn im ersten Halbjahr stieg unterdessen um 86 Prozent auf über 10 Milliarden US-Dollar.

Radiant World: Einer der größten Eisenerzhändler der Welt

Radiant World ist kein unbeschriebenes Blatt in der Rohstoffbranche. Das Unternehmen wurde laut seiner Website Anfang der 2000er Jahre von Pinkesh Nahar gegründet und handelt offiziell mit mehr als 20 Millionen Tonnen Eisenerz jährlich. Branchenquellen gehen jedoch davon aus, dass Radiant sein Geschäft in den vergangenen fünf Jahren massiv ausgebaut hat und mittlerweile fast 75 Millionen Tonnen pro Jahr handelt – ein Volumen, das zu aktuellen Preisen einem Wert von mehr als 7 Milliarden US-Dollar entspricht.

Die Probleme bei Radiant World kamen ins Rollen, nachdem Rechnungen oder andere Dokumente, die das Unternehmen Banken vorgelegt hatte, für ungültig befunden wurden. Bloomberg berichtete darüber Ende des vergangenen Monats. In der Folge stellten neben Glencore auch die Rohstoffhändler Vitol Group und Cargill den Handel mit Radiant World ein.

Mögliche Dominoeffekte an den Rohstoffmärkten

Die Dimension des Falls beunruhigt Marktbeobachter. Eine der Insider-Quellen warnte, das Handelsvolumen von Radiant World sei groß genug, um Dominoeffekte an den Rohstoff- und Finanzmärkten auszulösen. Konkret könnten die Versicherungs-, Banken- und Kreditmärkte verunsichert werden, was letztlich auch seriöse Unternehmen schädigen könnte. Radiant World selbst lehnte eine Stellungnahme ab.

Für deutsche Anleger ist der Fall von besonderer Bedeutung, da Glencore zu den größten Rohstoffkonzernen weltweit zählt und an der Londoner Börse notiert ist. Die Unsicherheit über das tatsächliche Ausmaß des Engagements sowie die widersprüchlichen Angaben von Insidern und Konzernführung dürften die Aktie weiter unter Beobachtung halten.

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