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Glencore erwägt Schließung der größten Kupferanlage Kanadas

Umweltauflagen und hohe Modernisierungskosten setzen Horne-Schmelze in Québec unter Druck

Glencore erwägt Schließung der größten Kupferanlage Kanadas

Der Rohstoffkonzern Glencore plant laut informierten Kreisen, die Horne-Schmelze in Kanada, die größte Kupfermetallproduktionsanlage des Landes, zu schließen. Grund für den möglichen Schritt sind hohe Modernisierungskosten sowie anhaltende Umweltprobleme. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen erklärten, dass für die Modernisierung der Anlage Investitionen von über 200 Millionen US-Dollar erforderlich wären. Glencore selbst nannte bislang keinen konkreten Zeitplan für eine Schließung.

Ein Sprecher des Unternehmens betonte auf Anfrage, dass derzeit weder die Schließung der Horne-Schmelze noch der angeschlossenen Canadian Copper Refinery (CCR) geplant sei. Beide Betriebe befinden sich in der Provinz Québec und beschäftigen gemeinsam mehr als 1.000 Mitarbeiter. Die Anlagen spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung Nordamerikas mit Kupfer, Nickel und weiteren Metallen, stehen aber unter erheblichem wirtschaftlichem und regulatorischem Druck.

Die Horne-Schmelze, 1927 gegründet, gilt als Pionier der Elektronikschrottverarbeitung und verarbeitet jährlich rund 100.000 Tonnen ausrangierte Elektronik, um daraus Kupfer, Nickel, Kobalt, Gold und Silber zu gewinnen. Ein Großteil der kanadischen Kupferproduktion von Glencore wird in die Vereinigten Staaten exportiert, die im vergangenen Jahr 150.000 Tonnen aus Kanada bezogen. Das entsprach etwa 17 % der US-Importe.

Parallel zu den finanziellen Herausforderungen sieht sich Glencore einer Sammelklage vor dem Obersten Gericht von Québec gegenüber. Anwohner werfen dem Konzern überhöhte Arsenemissionen aus der Horne-Schmelze vor. Die Kläger können Schadensersatzansprüche rückwirkend bis 2020 geltend machen. Langfristige Belastung mit Arsen gilt als krebserregend. Glencore wies darauf hin, dass die geplanten Maßnahmen zur Emissionsreduzierung fortgesetzt würden und dass die Produktionsanlagen für die Öffentlichkeit sicher seien.

Unabhängig vom laufenden Verfahren ist die mögliche Schließung nach Angaben aus Unternehmenskreisen vor allem eine Folge der hohen Umweltauflagen und der finanziellen Belastung durch die notwendige Modernisierung. Weltweit stehen Schmelzbetriebe derzeit unter Druck, da sinkende Behandlungskosten und Engpässe bei Kupferkonzentraten die Rentabilität zusätzlich belasten.

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