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Global Battery Materials plant Neustart der Kearney Graphitmine in Kanada

Eine Wirtschaftlichkeitsstudie bescheinigt dem Projekt einen Kapitalwert von 183 Millionen Dollar und eine Rendite von 67 Prozent.

Global Battery Materials plant Neustart der Kearney Graphitmine in Kanada

Global Battery Materials (GBM) hat eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (Preliminary Economic Assessment, PEA) für den Neustart der Kearney-Graphitmine im kanadischen Ontario veröffentlicht. Das Projekt gilt als bedeutender Schritt zur Stärkung der nordamerikanischen Versorgung mit kritischen Mineralien. Die Mine war seit ihrer Schließung im Jahr 1994 aufgrund ungünstiger Marktbedingungen in einem Wartungszustand verblieben.

Die Studie weist einen Kapitalwert von 183 Millionen US-Dollar (260 Millionen Kanadische Dollar) auf Basis eines Diskontierungssatzes von 8 Prozent aus. Der interne Zinsfuß nach Steuern (IRR) beträgt 67 Prozent, und die Amortisationszeit liegt bei lediglich 1,3 Jahren. Über eine geplante Betriebsdauer von 20 Jahren soll die Mine einen undiskontierten Cashflow nach Steuern von rund 421 Millionen US-Dollar erwirtschaften – das entspricht dem Neunfachen des anfänglichen Kapitalaufwands.

Die anfänglichen Investitionskosten werden auf 65,9 Millionen Kanadische Dollar (rund 46 Millionen US-Dollar) geschätzt. Hinzu kommen 30,9 Millionen Kanadische Dollar für laufende Investitionen. GBM verfolgt dabei einen sogenannten Brownfield-Ansatz: Statt eine neue Anlage zu errichten, sollen bestehende Infrastrukturen wie Aufbereitungsanlagen und Transportwege saniert und wiedergenutzt werden. Dies soll die Kapitalintensität senken und die Entwicklung beschleunigen.

Produktion und technische Strategie

GBM plant den Einsatz konventioneller Tagebaumethoden sowie Flotationskonzentration zur Aufbereitung des Graphits. Die Anlage soll ein hochwertiges Graphitkonzentrat mit einem Gehalt von rund 95 Prozent grafitischem Kohlenstoff produzieren. Der Produktionsstart ist für das Jahr 2028 geplant, mit einer anfänglichen Jahreskapazität von 23.000 Tonnen, die im weiteren Betrieb auf 50.000 Tonnen ausgebaut werden soll.

Die Betriebskosten hängen maßgeblich von der Energieversorgung ab. In einer ersten Phase, die auf Dieselgeneratoren basiert, werden Kosten von 31,35 Kanadischen Dollar je gemahlener Tonne erwartet. Nach dem geplanten Anschluss an ein regionales 44-kV-Hochspannungsnetz sollen die Kosten auf 25,50 Kanadische Dollar je Tonne sinken.

Das Kearney-Vorkommen gilt als eines der größten Flockengrafit-Vorkommen außerhalb Chinas. Laut der Ressourcenschätzung vom Juni 2026 umfasst das Projekt 29,2 Millionen angezeigte Tonnen mit einem Gehalt von 2,10 Prozent grafitischem Kohlenstoff sowie 33,8 Millionen abgeleitete Tonnen mit einem Gehalt von 1,90 Prozent. Dies entspricht rund 613.700 angezeigten Tonnen und 641.700 abgeleiteten Tonnen enthaltenem Graphit.

Strategische Bedeutung: Unabhängigkeit von China

Der Neustart der Kearney-Mine ist strategisch eingebettet in das Ziel, Nordamerikas Abhängigkeit von China zu reduzieren. China dominiert derzeit rund 70 Prozent der weltweiten Naturgraphitproduktion und über 90 Prozent der nachgelagerten Verarbeitung zu Batterie-Qualitätsgraphit. GBM-CEO Eric Miller betonte, das Projekt biete eine seltene Gelegenheit, eine heimische Produktion mit hoher Kapitaleffizienz aufzubauen.

GBM verfolgt dabei eine zweigleisige Strategie: Neben dem Bergbau in Ontario betreibt das Unternehmen eine fortgeschrittene Pilotanlage für Anodenmaterial in Südkorea. Durch die Kombination von vorgelagertem Bergbau und nachgelagerter Verarbeitung will GBM nordamerikanische Märkte in den Bereichen Industrie, Verteidigung, Energiespeicherung und Batterien beliefern.

Die Kearney-Assets haben eine bewegte Geschichte: Sie gehörten einst Ontario Graphite, das 2020 Gläubigerschutz beantragte. Das Gelände wurde anschließend an G6 Energy verkauft, dessen Vermögenswerte das in Toronto ansässige Unternehmen GBM im vergangenen Jahr übernahm. Als nächsten Entwicklungsschritt hat GBM die Erstellung einer endgültigen Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study) angekündigt, ohne bislang einen konkreten Zeitplan zu nennen.

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