Globale Aktienfonds: Zuflüsse erreichen 19-Monats-Hoch durch Iran-Optimismus
Ein US-Iran-Interimsabkommen und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus beflügeln Anleger zu massiven Investitionen in Aktienfonds.

Anleger haben in der Woche bis zum 17. Juni so viel Kapital in globale Aktienfonds investiert wie seit rund 19 Monaten nicht mehr. Laut Daten von LSEG Lipper flossen netto 55,22 Milliarden US-Dollar in globale Aktienfonds – der größte wöchentliche Zukauf seit dem 13. November 2024. Treiber dieser Bewegung war der Optimismus über ein Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran sowie die Erwartung, dass die Wiedereröffnung der Straße von Hormus den Inflationsdruck mildern könnte.
Die USA und der Iran unterzeichneten am Mittwoch ein Abkommen, das einen im April angekündigten Waffenstillstand um weitere 60 Tage verlängert. Ziel ist es, beiden Seiten Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden zu ermöglichen. Die Vereinbarung sieht zudem die vollständige und „gebührenfreie" Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus vor – einer zentralen globalen Ölversorgungsroute, deren Sperrung durch Teheran die Rohölpreise während des Konflikts erheblich in die Höhe getrieben hatte.
Rekordwerte bei US- und Technologiefonds
Der Optimismus über das Abkommen schlug sich besonders deutlich bei US-Aktienfonds nieder: Mit Zuflüssen von 38,37 Milliarden US-Dollar verzeichneten sie das größte wöchentliche Plus seit 19 Monaten. Auch europäische und asiatische Fonds profitierten mit wöchentlichen Investitionen von 10,66 Milliarden beziehungsweise 3,92 Milliarden US-Dollar.
Besonders auffällig war die Entwicklung im Technologiesektor: Entsprechende Fonds verzeichneten mit 21,46 Milliarden US-Dollar einen Rekordwert bei den wöchentlichen Investitionen. Industriefonds stachen ebenfalls hervor und zogen Zuflüsse von 2,49 Milliarden US-Dollar an – der höchste Betrag seit dem 4. März.
Rentenfonds und Geldmarkt im Aufwind
Globale Rentenfonds verzeichneten wöchentliche Nettokäufe von 17,17 Milliarden US-Dollar, womit sich die Zuflüsse die elfte Woche in Folge fortsetzten. Unternehmensanleihenfonds führten dabei mit 2,86 Milliarden US-Dollar – dem größten wöchentlichen Nettokauf seit zwei Monaten. Kurzläufer und auf Euro lautende Rentenfonds verzeichneten wöchentliche Zuflüsse von 1,44 Milliarden beziehungsweise 1,25 Milliarden US-Dollar.
Anleger investierten zudem netto 40,03 Milliarden US-Dollar in Geldmarktfonds und kehrten damit die Nettoverkäufe der Vorwoche in Höhe von 19,02 Milliarden US-Dollar um. Dies zeigt, dass die Risikobereitschaft der Investoren trotz der geopolitischen Entspannung nicht vollständig zugenommen hat – ein Teil des Kapitals floss weiterhin in sichere Anlageklassen.
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Zur AktienanalyseEdelmetalle und Schwellenländer unter Druck
Während die Aktienmärkte von der geopolitischen Entspannung profitierten, standen Gold- und andere Edelmetallfonds die fünfte Woche in Folge unter Verkaufsdruck. Anleger zogen 1,78 Milliarden US-Dollar aus diesen Fonds ab – ein Zeichen dafür, dass die Nachfrage nach klassischen Krisenabsicherungen mit nachlassenden Spannungen sinkt.
In den Schwellenländern waren Aktienfonds die achte Woche in Folge nicht gefragt: Abflüsse von 2,88 Milliarden US-Dollar wurden verzeichnet. Auch Rentenfonds aus Schwellenländern erlitten laut Daten von 28.869 Fonds wöchentliche Nettoverkäufe in Höhe von 309 Millionen US-Dollar. Die anhaltende Zurückhaltung gegenüber Schwellenländern deutet darauf hin, dass Anleger trotz der globalen Risikofreude selektiv vorgehen und bevorzugt in entwickelte Märkte investieren.


