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Globaler Anleihe-Ausverkauf bedroht den KI-getriebenen Bullenmarkt

Steigende US-Renditen nahe 5% und Inflationssorgen durch die Sperrung der Straße von Hormus gefährden den dreijährigen Bullenmarkt.

Globaler Anleihe-Ausverkauf bedroht den KI-getriebenen Bullenmarkt

Ein heftiger Ausverkauf am globalen Anleihemarkt setzt den seit Jahren laufenden Aktienbullenmarkt unter Druck. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen nähert sich gefährlich der psychologisch wichtigen Marke von 5%. Mehrere Wall-Street-Quellen haben gegenüber MarketWatch gewarnt, dass dies die bislang größte Herausforderung für den laufenden Bullenmarkt darstellen könnte.

Als treibende Kraft hinter dem Anleihe-Ausverkauf gelten hohe Energiepreise, die durch die anhaltende Sperrung der Straße von Hormus ausgelöst wurden. Diese geopolitische Entwicklung hat die Inflationssorgen an den Märkten neu entfacht. Steigende Inflation bedeutet in der Regel, dass Zentralbanken weniger Spielraum für Zinssenkungen haben – ein Szenario, das Aktieninvestoren besonders beunruhigt.

Ein Bullenmarkt mit Bewährungsproben

Der aktuelle, maßgeblich von künstlicher Intelligenz angetriebene Bullenmarkt feierte bereits im Oktober sein dreijähriges Bestehen. In dieser Zeit hat er bereits eine Reihe potenziell existenzieller Krisen überstanden. Dazu zählte unter anderem der Kollaps der Silicon Valley Bank im Jahr 2023, der kurzzeitig für erhebliche Turbulenzen im Bankensektor sorgte.

Auch die Turbulenzen rund um Zölle im vergangenen Jahr überstand der Bullenmarkt ohne nachhaltige Schäden. Jedes Mal erholten sich die Aktienmärkte und setzten ihren Aufwärtstrend fort. Doch der aktuelle Druck vom Anleihemarkt wird von Marktbeobachtern als qualitativ anders und potenziell gefährlicher eingestuft.

Warum die 5%-Marke so entscheidend ist

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen gilt als globaler Referenzzinssatz und beeinflusst die Bewertung nahezu aller Anlageklassen weltweit. Nähert sich diese Rendite der Marke von 5%, steigt die Attraktivität von Anleihen gegenüber Aktien erheblich. Investoren könnten dann versucht sein, Kapital aus dem Aktienmarkt abzuziehen und in als sicher geltende Staatsanleihen umzuschichten.

Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung besonders relevant, da steigende US-Renditen auch den europäischen Anleihemarkt unter Druck setzen und die Finanzierungskosten für Unternehmen weltweit erhöhen. Ein schwächerer Aktienmarkt in den USA würde erfahrungsgemäß auch europäische und deutsche Börsen belasten.

Die Kombination aus geopolitischen Risiken, Energiepreisdruck und steigenden Anleiherenditen schafft ein schwieriges Umfeld für Aktieninvestoren. Ob der Bullenmarkt auch diese Bewährungsprobe meistert, bleibt nach Einschätzung der Wall-Street-Quellen offen. Die kommenden Wochen dürften zeigen, ob die Widerstandsfähigkeit der vergangenen drei Jahre anhält.

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