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GM setzt auf Natrium-Ionen-Batterien und könnte Ford überholen

General Motors und Peak Energy entwickeln günstigere Energiespeicher – mit einem entscheidenden technologischen Vorteil gegenüber Ford.

GM setzt auf Natrium-Ionen-Batterien und könnte Ford überholen

General Motors (GM) und Ford Motor Company verfolgen beide eine neue Strategie: Sie wollen neben dem Fahrzeuggeschäft auch im Energiespeichermarkt Fuß fassen – und orientieren sich dabei am Erfolgsmodell von Tesla. Doch während Ford auf bewährte Lithium-Technologie setzt, geht GM einen anderen Weg und könnte damit die Nase vorn haben.

Im vergangenen Monat gab Ford bekannt, dass seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Ford Energy den US-Markt mit Batterien-Energiespeichersystemen (BESS) beliefern wird – für Energieversorger, große Industrie- und Gewerbekunden sowie Rechenzentren für künstliche Intelligenz. GM zog kurz darauf mit einer eigenen Ankündigung nach: einer Partnerschaft mit dem Unternehmen Peak Energy zur Entwicklung von Natrium-Ionen-Batteriezellen der nächsten Generation.

Natrium statt Lithium – der entscheidende Unterschied

Die Vereinbarung zwischen GM und Peak Energy sieht vor, dass GM die Natrium-Ionen-Zellen in seinen Batterielaboren in Michigan entwickelt und dabei die exklusiven Fertigungsrechte behält. GM hat zudem direkt in Peak Energy investiert. Peak Energy wird die Batteriezellen in seinen Speichersystemen einsetzen und gleichzeitig die US-Produktion hochfahren.

Der Energiespeichermarkt nutzt bislang überwiegend Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien (LFP). GM und Peak Energy sind jedoch überzeugt, dass Natrium-Ionen-Batterien eine kostengünstigere Alternative für Netzanwendungen darstellen – insbesondere dort, wo Energiedichte weniger entscheidend ist als bei Elektrofahrzeugen. Die Vorteile liegen laut den Unternehmen in niedrigeren Kosten, höherer Zuverlässigkeit und verbesserter Sicherheit.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den technologischen Vorteil: LFP-Batteriesysteme benötigen aktive Kühlanlagen, um sichere Betriebstemperaturen aufrechtzuerhalten – das treibt die Kosten in die Höhe. Das System von Peak Energy macht ein solches Kühlsystem hingegen völlig überflüssig. Das Ergebnis: Die Natrium-Ionen-Technologie kann die Energiespeicherkosten um rund 20 Prozent senken und gleichzeitig eine Betriebszeit von 99 Prozent liefern.

Tesla als Blaupause für ein lukratives Geschäft

Für Anleger ist die Aussicht auf eine zusätzliche Einnahmequelle besonders attraktiv – und Tesla hat bereits bewiesen, wie lukrativ dieses Geschäft sein kann. Tesla Energy hat sich schnell zu einem starken Geschäftsbereich entwickelt: Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen Rekord-Speicherkapazitäten von 46,7 GWh bereit und erzielte einen Umsatz von 12,7 Milliarden US-Dollar – bei Margen von rund 30 Prozent. Diese Margen liegen weit über denen des klassischen Fahrzeuggeschäfts.

GM und Peak Energy haben bislang noch kein konkretes gemeinsames Ziel für die GWh-Erzeugung bekanntgegeben. Ford hingegen strebt an, jährlich mindestens 20 GWh bereitzustellen, wobei die Auslieferungen Ende 2027 beginnen sollen.

Die Entwicklung zeigt: Das Bild der klassischen Automobilhersteller als reines Investitionsobjekt wandelt sich grundlegend. Das Geschäft mit Energiespeichersystemen ist eine der neuen Chancen der Branche, während die Welt schrittweise auf elektrifizierte Fahrzeuge umstellt. Gelingt es GM mit seiner Natrium-Ionen-Strategie, Kosten- und Technologievorteile gegenüber der Konkurrenz zu realisieren, könnte das nicht nur die Ergebnisse verbessern, sondern auch die Bewertung des Unternehmens an der Börse langfristig steigern.

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