GM und LG: Batterie-Joint-Venture verzögert Rückkehr entlassener Ohio-Mitarbeiter
Ultium Cells verschiebt die Rückkehr freigestellter Mitarbeiter im Werk Warren auf August – wegen schwacher Elektrofahrzeug-Nachfrage.

Das Batterie-Joint-Venture von General Motors (GM) und LG Energy Solution, Ultium Cells, hat die geplante Rückkehr seiner freigestellten Mitarbeiter erneut verschoben. Die Beschäftigten im Werk Warren, Ohio, wurden darüber informiert, dass sie nun erst im August an ihren Arbeitsplatz zurückkehren werden – ursprünglich war der Juni als Zieldatum genannt worden. Das Unternehmen bestätigte dies in einer Erklärung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Die betroffenen Mitarbeiter befinden sich bereits seit Januar im Status der vorübergehenden Freistellung. „Es wird nun erwartet, dass die Mitarbeiter von Ultium Cells Ohio, die sich im Status der vorübergehenden Freistellung befinden, im August zurückkehren", erklärte das Unternehmen. Die erneute Verschiebung bedeutet für viele Beschäftigte eine monatelange Verlängerung ihrer unfreiwilligen Auszeit.
Schwache EV-Nachfrage als Hauptgrund
In einer internen Mitteilung an die Belegschaft, die Reuters vorliegt, begründete Ultium Cells die Entscheidung mit einer „detaillierten Analyse des Marktes für Elektrofahrzeuge" im bisherigen Jahresverlauf. Die Ergebnisse dieser Analyse hätten zur Verschiebung des Rückkehrplans geführt. Dennoch holte das Unternehmen in diesem Monat bereits eine kleine Anzahl von Arbeitern in das weitgehend stillgelegte Werk zurück.
Ultium Cells hatte im vergangenen Herbst angekündigt, insgesamt 850 Mitarbeiter im Werk vorübergehend freizustellen. Zusätzlich wurden 480 Beschäftigte dauerhaft entlassen. Das Werk in Warren liefert Batteriezellen für die Elektrofahrzeuge von GM und ist damit ein zentrales Element in der Elektromobilitätsstrategie des US-Automobilkonzerns.
Wegfall der US-Steuergutschrift belastet die Branche
Ein wesentlicher Auslöser für die Produktionsdrosselung war der Wegfall einer staatlichen Steuergutschrift in Höhe von 7.500 US-Dollar Ende September. Diese Förderung hatte den Kauf von Elektrofahrzeugen in den USA erheblich attraktiver gemacht. Nach ihrem Auslaufen sahen sich GM und andere Automobilhersteller mit einer gedämpften Nachfrage konfrontiert und reagierten mit einer Anpassung ihrer Produktionskapazitäten.
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Zur AktienanalyseGM und andere Hersteller bauen und verkaufen zwar weiterhin Elektroautos, haben jedoch die Fabrikleistung gezielt gesenkt, um sie der tatsächlichen Marktnachfrage anzupassen. Diese Strategie spiegelt eine branchenweite Neuausrichtung wider: Die anfängliche Euphorie rund um die Elektromobilität weicht einer nüchterneren Betrachtung der realen Absatzzahlen.
Für die betroffenen Mitarbeiter in Ohio bedeutet die erneute Verschiebung eine erhebliche Belastung. Seit Januar ohne reguläre Beschäftigung, müssen sie nun bis mindestens August auf ihre Rückkehr in den Betrieb warten. Die Entwicklung bei Ultium Cells steht exemplarisch für die Herausforderungen, mit denen die gesamte Elektrofahrzeugbranche in den USA derzeit konfrontiert ist.


