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Gold als Depotabsicherung: Wie viel Edelmetall ist optimal?

Goldpreis auf Rekordniveau – Experten empfehlen fünf bis zehn Prozent für ausgewogene Portfolios

Gold als Depotabsicherung: Wie viel Edelmetall ist optimal?

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten treibt Anleger verstärkt in Edelmetalle. Gold erreichte kürzlich erstmals die Marke von 5.500 Dollar je Feinunze, bevor Gewinnmitnahmen den Preis auf knapp unter 4.700 Dollar drückten. Die Rally zeigt: Investoren suchen Sicherheit – und finden sie nicht mehr primär bei Anleihen oder dem Dollar.

Die Treiber der Goldhausse sind vielfältig. Schwindendes Vertrauen in den Dollar, wachsende Staatsschulden der Industrienationen und geopolitische Risiken befeuern die Nachfrage. Hinzu kommen anhaltende Käufe durch Zentralbanken. "Traditionelle sichere Häfen wie der Dollar und US-Staatsanleihen zeigen Anzeichen von Belastung", erklärt Ole Hansen, Rohstoffstratege der Saxo Bank.

Die US-Geldpolitik bleibt ein entscheidender Faktor. Mit Kevin Warsh als designiertem Fed-Nachfolger rechnen Ökonomen mit vorsichtigen Zinssenkungen. Der Mix aus geopolitischen Spannungen und wirtschaftlichen Risiken dürfte Gold mittelfristig Rückenwind geben.

Wie viel Gold gehört ins Depot?

Bernd Meyer, Chefanlagestratege bei Berenberg, empfiehlt einen Goldanteil zwischen fünf und zehn Prozent. "Ein gut diversifiziertes Portfolio sollte diesen Anteil enthalten", sagt Meyer. Dies wirke sich positiv auf das Risikoprofil aus. Risikofreudige Anleger mit hohem Aktienanteil benötigen tendenziell weniger Gold.

Andreas Weigl von der Investmentberatung Faros hat die optimale Goldquote analysiert. Sein Ergebnis: "Über zehn Prozent sollte der Goldanteil nicht liegen, weil dann der Diversifikationseffekt verschwindet." Seine Berechnungen zeigen, dass ein defensives Depot aus 30 Prozent Aktien und 70 Prozent Anleihen mit fünf Prozent Gold eine bessere Sharpe Ratio erreicht. Bei zehn Prozent verbessert sich das Rendite-Risiko-Verhältnis nochmals minimal.

Ein höherer Goldanteil kann sich in Haussephasen dennoch auszahlen. Das WiWo-Mischdepot mit 25 Prozent Gold hat seit 2015 im Schnitt 11,1 Prozent pro Jahr zugelegt. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei rund fünf Prozent.

Musterdepots im Vergleich

Ein Vergleich verschiedener Anlegerprofile zeigt interessante Unterschiede. Bei einer Investition von 50.000 Euro ab Januar 2015 entwickelte sich das defensive Depot mit 25 Prozent Gold stark. Das spekulative Depot mit hohem Aktienanteil und ohne Gold erreichte zwar eine höhere Durchschnittsrendite von 12,7 Prozent jährlich, legte seit Jahresbeginn aber nur zwei Prozent zu.

Das ausgewogene Depot schnitt überraschend schlechter ab als das defensive. Hier hätte entweder mehr Gold oder ein höherer Aktienanteil geholfen. Das Renditejäger-Depot mit nur fünf Prozent Gold erzielte dank starker Aktienjahre 12,1 Prozent jährlich.

Die Analyse macht deutlich: Die richtige Mischung ist entscheidend. Wer auf hohe Wertzuwächse setzt, braucht Anlagen mit entsprechendem Potenzial. Gold liefert dies nicht immer – aktuell und womöglich in naher Zukunft aber durchaus. Anleger sollten nur Kapital investieren, das kurzfristig nicht benötigt wird. Die kurzfristige Preisentwicklung bleibt schwer vorhersehbar.

Für langfristig orientierte Privatanleger gilt: Ein Goldanteil zwischen fünf und zehn Prozent bietet solide Diversifikation ohne übermäßige Renditeverzichte. In unsicheren Zeiten kann das Edelmetall als Stabilitätsanker dienen und gleichzeitig von steigenden Preisen profitieren.

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