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Gold durchbricht 4700-Dollar-Marke: Historisches Allzeithoch

Erstmals in der Geschichte kostet eine Feinunze Gold über 4700 US-Dollar. Handelskonflikte und Nahost-Krisen treiben Anleger massiv in den sicheren Hafen.

Gold durchbricht 4700-Dollar-Marke: Historisches Allzeithoch

Der Goldpreis hat am Dienstagmorgen eine historische Marke durchbrochen: Erstmals stieg der Preis für eine Feinunze auf über 4700 US-Dollar. In der Spitze erreichte das Edelmetall 4736 Dollar, bevor es sich bei etwa 4730 Dollar stabilisierte – ein Plus von 1,3 Prozent.

Trump-Zölle schüren Unsicherheit

Haupttreiber der Rally sind die eskalierenden Spannungen zwischen Washington und Europa. US-Präsident Donald Trump droht mit empfindlichen Zöllen gegen europäische NATO-Partner, um den Kauf Grönlands zu erzwingen. Ab Februar sollen Aufschläge von zehn Prozent auf Warenimporte fällig werden, die bis zum Sommer auf 25 Prozent steigen könnten. Europa bereitet bereits milliardenschwere Gegenmaßnahmen vor.

Iran-Krise befeuert Nachfrage zusätzlich

Zusätzlich zur handelspolitischen Eskalation sorgt die fragile Lage im Iran für weiteren Aufwärtsdruck. Die autoritäre Führung in Teheran sieht sich massiven Protesten gegenüber, während Trump ein mögliches Eingreifen der USA nicht ausschließt. Das Regime hat den Internetzugang nahezu vollständig gekappt, um die Koordination der Demonstranten zu erschweren.

Beispiellose Jahresperformance

Seit Jahresbeginn hat sich Gold bereits um mehr als neun Prozent verteuert. Damit knüpft das Edelmetall nahtlos an die außergewöhnliche Performance des Vorjahres an, in dem der Preis um 65 Prozent stieg – der stärkste Zuwachs seit 1979. Analysten sehen derzeit kaum Alternativen zur Portfolioabsicherung.

Fed-Unabhängigkeit unter Druck

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Märkte: Der eskalierende Konflikt zwischen Trump und Fed-Chef Jerome Powell. Das US-Justizministerium hat der Notenbank Vorladungen zugestellt – offiziell wegen angeblich falscher Angaben zu Gebäudesanierungen. Powell wertet dies als Versuch politischer Einschüchterung und verteidigt die Unabhängigkeit der Geldpolitik.

Zinssenkungsfantasie stützt Kurs

Zusätzlichen Rückenwind erhielt Gold durch Aussagen von US-Notenbanker Christopher Waller, der eine Zinssenkung im Dezember ins Spiel brachte. Da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft, steigt seine Attraktivität in Phasen sinkender Zinsen deutlich. Goldman Sachs prognostiziert einen weiteren Anstieg auf 4900 Dollar bis Ende 2026.

Zentralbanken als Preistreiber

Neben privaten Investoren treiben auch Notenbanken den Goldpreis. Insbesondere China und Indien bauen ihre Goldreserven kontinuierlich aus. In einem Umfeld multipler Krisenherde – von Handelskriegen über militärische Spannungen bis hin zu Zweifeln an der Fed-Unabhängigkeit – festigt Gold seine Position als ultimativer Krisenschutz.

Ausblick: Aufwärtstrend intakt

Solange der Kollisionskurs zwischen den USA und Europa im Grönland-Streit anhält und die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten bestehen bleiben, dürfte das Aufwärtspotenzial für Gold ungebrochen sein. Der bevorstehende EU-Sondergipfel zur Grönland-Frage wird zeigen, ob eine Deeskalation in Sicht ist – oder ob die Rally weitergeht.

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