Gold durchbricht 4.900-Dollar-Marke: Rekordhoch durch Iran-Krise
Der Goldpreis hat am Donnerstag erstmals die Marke von 4.900 US-Dollar pro Unze überschritten. Geopolitische Spannungen und eine schwächere US-Währung treiben die Edelmetall-Rallye auf neue Höchststände.

Der Goldpreis hat am Donnerstag ein historisches Rekordhoch erreicht und erstmals die Schwelle von 4.900 US-Dollar pro Unze durchbrochen. Im asiatischen Handel am Freitag kletterte das Edelmetall sogar bis auf 4.967,48 Dollar und näherte sich damit der psychologisch wichtigen 5.000-Dollar-Marke. Die dramatische Aufwärtsbewegung wird hauptsächlich durch zunehmende geopolitische Unsicherheiten und die Flucht der Anleger in sichere Häfen getrieben.
Dollar-Schwäche und geopolitische Risiken als Preistreiber
Ein wesentlicher Katalysator für die Goldpreisrallye ist die anhaltende Schwäche des US-Dollars, die Rohstoffe für Investoren mit anderen Währungen attraktiver macht. Die Metallmärkte verzeichneten bereits im Januar einen starken Anstieg, nachdem erhöhte geopolitische Spannungen Händler zur Flucht in physische Sachwerte veranlassten. Zu den Unsicherheitsfaktoren zählten eine mögliche US-Intervention in Venezuela sowie Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Grönland.
Trump-Drohungen gegen Iran verschärfen Lage
Die jüngste Preisexplosion wurde durch Trumps Ankündigung ausgelöst, die USA hätten eine "Armada" in Richtung Iran entsandt. Der Präsident warnte Teheran an Bord der Air Force One eindringlich davor, Demonstranten zu töten oder sein Atomprogramm wieder aufzunehmen. Berichten zufolge sollen ein US-Flugzeugträger und mehrere Zerstörer in den kommenden Tagen im Nahen Osten eintreffen. Gold-Futures für Februar legten daraufhin um über ein Prozent auf 4.969,69 Dollar zu.
Silber und Platin erreichen ebenfalls Rekordniveaus
Auch andere Edelmetalle profitieren vom aktuellen Marktumfeld. Silber sprang am Freitag um fast drei Prozent auf ein Rekordhoch von 99,03 Dollar, während Platin um knapp ein Prozent auf 2.692,31 Dollar kletterte. Zwar gaben die Edelmetallpreise nach Trumps Ankündigung eines Handelsabkommens zu Grönland zunächst etwas nach, doch die mangelnden Details zum Abkommen und die Iran-Rhetorik hielten die Nachfrage nach sicheren Anlagen aufrecht.
Beeindruckende Jahresperformance
Die Performance der Edelmetalle im bisherigen Jahresverlauf 2026 ist bemerkenswert: Gold verzeichnet ein Plus von fast 15 Prozent, Silber legte sogar um 39 Prozent zu und Platin um 21 Prozent. Diese außergewöhnlichen Zuwächse spiegeln die hohe Unsicherheit an den globalen Märkten wider.
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Zur AktienanalyseZusätzlich unterstützt wird der Goldpreis durch Spekulationen auf Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve im Jahresverlauf. Gemischte Signale zur US-Wirtschaft nähren diese Erwartungen, auch wenn für die kommende Fed-Sitzung nächste Woche unveränderte Zinsen erwartet werden. Trumps wiederholte Kritik an der Fed sowie Sorgen um die Haushaltslage in Industrieländern, insbesondere Japan, befeuern die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen zusätzlich.
Umschichtung aus Staatsanleihen
Beobachter verzeichnen zudem massive Verkäufe bei japanischen und US-Staatsanleihen in den vergangenen Wochen. Händler scheinen ihre Portfolios verstärkt in Richtung Gold umzuschichten, was die anhaltende Preisrallye weiter unterstützt. Die Kombination aus geopolitischen Risiken, geldpolitischen Unsicherheiten und der Suche nach inflationsgeschützten Anlagen dürfte den Goldpreis auch in den kommenden Wochen auf hohem Niveau halten.


