Gold mit bestem Wochengewinn seit Januar – Experte kauft nach
Gold legte in einer Woche rund 7% zu – der stärkste Anstieg seit Januar. Optionshändler Mike Khouw sieht weiteres Potenzial.

Gold hat in der vergangenen Woche rund 7% zugelegt und damit den stärksten Wochengewinn seit Januar verbucht. Gleich mehrere Faktoren trieben das Edelmetall nach oben: ein schwächerer US-Dollar, sinkende Renditen bei US-Staatsanleihen sowie schwächer als erwartet ausgefallene Beschäftigungsdaten aus den USA. Letztere dämpften die Sorgen vor weiteren aggressiven Zinserhöhungen der US-Notenbank Federal Reserve.
Dabei ist ein genauerer Blick auf die Arbeitsmarktdaten wichtig. Die Zahl der Entlassungen blieb gering, und die Beschäftigung im Privatsektor stieg um 30.000 Stellen. Der schwache Gesamteindruck der Daten war maßgeblich auf einen saisonalen Effekt zurückzuführen: Im staatlichen Bildungssektor fehlten rund 50.000 Stellen, was das Gesamtbild verzerrte. Der Rückgang war also weniger dramatisch, als er auf den ersten Blick erschien.
Technische Signale deuten auf Fortsetzung der Rally hin
Aus technischer Sicht notiert Gold aktuell noch unterhalb seines gleitenden 150-Tage-Durchschnitts. Die gehebelten Goldminen-ETFs GDX und GDXJ haben diese wichtige Marke jedoch bereits erreicht. Besonders aufschlussreich ist die Entwicklung bei Newmont Mining, dem Schwergewicht unter den Goldminenwerten: Die Aktie hat den gleitenden 150-Tage-Durchschnitt bereits nach oben durchbrochen. Für Marktbeobachter ist das ein starkes Signal, dass GDX und der Gold-ETF GLD bald folgen könnten.
Der gleitende 150-Tage-Durchschnitt gilt als wichtiger Trendindikator. Notiert ein Wertpapier dauerhaft darüber, spricht dies für einen intakten mittelfristigen Aufwärtstrend. Dass Newmont als Leitaktie des Sektors diese Hürde bereits genommen hat, verleiht dem Goldmarkt zusätzlichen Rückenwind.
Optionsstrategie mit fast 3:1-Chance
Aus der Perspektive eines Optionshändlers bietet Gold derzeit ein besonders attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Gold weist aktuell ein symmetrischeres „Volatility Smile" auf als etwa der S&P 500. Das bedeutet: Optionen, die „aus dem Geld" liegen (sogenannte Out-of-the-money Calls), haben eine höhere implizite Volatilität als Optionen „am Geld" (At-the-money Calls). Für Anleger, die auf steigende Kurse setzen wollen, verbessert dies das Auszahlungsprofil eines sogenannten Long Call Spreads – auch Debit Spread genannt.
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Zur AktienanalyseAls konkretes Beispiel wird ein November 400/460 Call Spread auf den SPDR Gold Shares ETF (GLD) genannt. Dieser würde rund 16,15 US-Dollar kosten, was knapp über 25% der Differenz zwischen den beiden Basispreisen entspricht. Da jeder Optionskontrakt 100 Aktien repräsentiert, belaufen sich die Gesamtkosten auf 1.615 US-Dollar. Das Gewinnpotenzial liegt bei fast 3:1 – vorausgesetzt, GLD legt innerhalb der nächsten 100 Tage um weitere 15% zu.
Diese Strategie eignet sich für Anleger, die von steigenden Goldpreisen überzeugt sind, ihr Risiko aber klar begrenzen wollen. Der maximale Verlust ist auf den gezahlten Betrag von 1.615 US-Dollar pro Kontrakt beschränkt, während der maximale Gewinn deutlich höher ausfallen kann. Für deutsche Privatanleger ist zu beachten, dass der Handel mit US-Optionen spezifische Kenntnisse und den Zugang zu einem entsprechenden Broker erfordert.


