Gold und Silber erholen sich nach historischem Ausverkauf kräftig
Edelmetalle legen nach dramatischen Kursverlusten um bis zu 5 Prozent zu

Die Edelmetallmärkte zeigen sich am Dienstag deutlich erholt, nachdem Gold und Silber in der vergangenen Woche einen historischen Ausverkauf erlebt hatten. Gold stieg im asiatischen Handel um mehr als 3 Prozent auf 4.822 US-Dollar je Feinunze, während Silber sogar um 5,3 Prozent auf 83,50 Dollar zulegte. "Die Leute kaufen den Rücksetzer", kommentiert Yuxuan Tang, Leiter der Makrostrategie Asien bei der JPMorgan Private Bank. "Das ist, was nach einem Kursrückgang von 20 Prozent passiert."
Der dramatische Preisverfall begann am Freitag, nachdem US-Präsident Donald Trump Kevin Warsh zum nächsten Vorsitzenden der Federal Reserve nominiert hatte. Gold verzeichnete daraufhin ein Tagesminus von 9 Prozent – den größten Tagesverlust seit mehr als 40 Jahren. Die Nominierung von Warsh, den Investoren als orthodoxere Wahl im Vergleich zu anderen Kandidaten einschätzen, beruhigte die Märkte hinsichtlich der Unabhängigkeit der Fed. Trump hatte zuvor Fed-Chef Jay Powell wegen dessen Weigerung, tiefere Zinssenkungen zu unterstützen, als "sturen Esel" bezeichnet.
Margin Calls lösten Verkaufswelle aus
Am Montag fielen die Goldpreise im asiatischen Handel zunächst um weitere 10 Prozent, bevor sie sich mit Öffnung der Märkte in London und New York wieder erholten. Analysten führen die drastischen Rückgänge auf die hohe Kreditaufnahme von Anlegern in Asien zurück, die auf steigende Edelmetallpreise spekuliert hatten. Händler mit fremdfinanzierten Positionen sahen sich Nachschussforderungen gegenüber und waren gezwungen, Vermögenswerte zu verkaufen, um Liquidität zu beschaffen.
Der Einbruch wirkte sich auch auf die asiatischen Aktienmärkte aus. Südkoreas Leitindex Kospi verlor am Montag 5,3 Prozent, erholte sich am Dienstag jedoch um mehr als 5 Prozent. Die CME Group, weltweit größter Betreiber von Derivatebörsen, reagierte mit erhöhten Margin-Anforderungen für Gold- und Silber-Futures. Dies bedeutet, dass Händler künftig weniger Fremdkapital aufnehmen können, was kurzfristig die Preise beeinflussen dürfte.
JPMorgan bleibt optimistisch
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Zur AktienanalyseTrotz der Turbulenzen hält JPMorgan an seiner positiven Einschätzung fest. "Warshs Nominierung hat keine grundlegende Auswirkung auf unsere Position bei Gold", erklärt Tang. Die Bank erwartet, dass der Goldpreis bis Jahresende auf 6.000 bis 6.300 Dollar je Feinunze steigen wird. Die ursprünglich durch verstärkte Barrenkäufe der Zentralbanken ausgelöste Rally wird zunehmend von Privatanlegern getragen, die sich gegen geopolitische Unsicherheit und Währungsabwertung absichern wollen.
"Ich denke, diese Korrektur hat einen Großteil der Spekulation bereinigt", sagt Tang. "Sie hilft dem Markt, sich wieder auf die Fundamentaldaten zu besinnen und neu zu bewerten." Der US-Dollar gab gegenüber einem Währungskorb wichtiger Handelspartner um 0,2 Prozent nach, während die Renditen für US-Staatsanleihen stabil blieben.


