Goldbeck: Umsatzrückgang trotz großer Aufträge
Modulares Bauen und Innovationen prägen die Zukunft des Unternehmens

Der Baukonzern Goldbeck, bekannt für seine Expertise im Bereich des seriellen Bauens, hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatzrückgang von 4,5 Prozent verzeichnet. Der Umsatz betrug 6,4 Milliarden Euro, was den ersten Rückgang seit 14 Jahren darstellt. Das Unternehmen, gegründet 1969 und seit 2007 unter der Leitung von Jörg-Uwe und Jan-Hendrik Goldbeck, fertigt Baumodule in eigenen Fabriken. Dies reduziert die Bauzeiten und die Arbeiten auf den Baustellen. Ursprünglich auf Produktions- und Lagerhallen sowie Parkhäuser spezialisiert, hat sich Goldbeck inzwischen auf den Bau von Schulen und Wohngebäuden ausgeweitet.
Besonders im Wohnungsbau sieht das Unternehmen eine große Chance. Experten weisen darauf hin, dass in Deutschland etwa 700.000 Wohnungen fehlen, was den Bedarf an modularen Bauweisen erhöht. Goldbeck nutzt digitale Technologien wie den digitalen Zwilling und Künstliche Intelligenz, um Planungen zu optimieren und Fehler frühzeitig zu korrigieren. Diese Methoden werden von der öffentlichen Hand geschätzt, auch wenn bürokratische Hürden und lange Genehmigungszeiten bestehen bleiben.
Goldbeck hat sich durch zahlreiche Großaufträge, darunter der Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide, einen Namen gemacht. Aktuell hat das Unternehmen den größten Auftrag seiner Geschichte erhalten: den Bau von zehn Trainingszentren für den Zoll im Gesamtwert von 460 Millionen Euro. Weitere Aufträge umfassen den Bau von 60 Gebäuden für das Technische Hilfswerk sowie die Errichtung einer Produktionsstätte für F-35-Kampfjet-Rumpfteile für Rheinmetall in Weeze. Zudem wurde ein Auftrag über den Bau von 50 Rechenzentren für die Deutsche Bahn vergeben.
Trotz des Umsatzrückgangs sieht sich Goldbeck gut aufgestellt, insbesondere durch ein komfortables Auftragsvolumen von 3,2 Milliarden Euro in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres. Im Vergleich dazu lag das Volumen im Vorjahr bei 2,7 Milliarden Euro. Auch im Wohnungsbau setzt das Unternehmen auf größere Projekte, wie das Bauvorhaben von 860 Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Schwimmbads „Blub“ in Berlin.
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Zur AktienanalyseLangfristig erwarten die Geschäftsführer eine Erholung der Branche ab 2026. Bis dahin könnte die aktuelle Rezession anhalten. Goldbeck plant weiterhin Wachstum und hat im letzten Jahr 118 Millionen Euro in Innovationen und eigene Einheiten investiert. Ein zentrales Ziel des Unternehmens ist es, bis 2030 klimaneutral zu bauen. Dazu wird auch an der Dekarbonisierung des Baustoffs Beton gearbeitet, der derzeit für etwa acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich ist.

