ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Goldman Sachs: BBB-Anleihen schlagen höher bewertete Unternehmensanleihen

Goldman Sachs empfiehlt Umschichtung in niedrigere Ratingklassen – wegen höherer Realzinsen und KI-bedingtem Angebotsdruck.

Goldman Sachs: BBB-Anleihen schlagen höher bewertete Unternehmensanleihen

Goldman Sachs warnt Anleger davor, bei Unternehmensanleihen blind auf die höchsten Ratingklassen zu setzen. Die US-Investmentbank stellt fest, dass schlechter bewertete Schuldtitel zuletzt eine klare Outperformance erzielt haben – und empfiehlt eine gezielte Umschichtung entlang der Qualitätsdimensionen.

Hintergrund der Neubewertung sind zwei strukturelle Faktoren: höhere Realzinsen sowie ein gestiegenes Anleihenangebot, das maßgeblich mit dem Boom rund um Künstliche Intelligenz (KI) zusammenhängt. „Der Auslöser war das wachsende Spannungsverhältnis zwischen soliden Fundamentaldaten und einer herausfordernden Angebotsdynamik innerhalb bestimmter ‚hochwertiger' Rating-Kohorten", erklärte Goldman Sachs in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Warum höhere Ratings zum Nachteil werden können

Das Problem liegt in der Struktur der höchsten Ratingklassen: AA-Anleihen im Investment-Grade-Bereich und BB-Anleihen im High-Yield-Sektor machen historisch gesehen den größten Anteil an den Schuldenemissionen aus. Gleichzeitig weisen sie längere Durationsprofile und engere Spreads auf. Das bedeutet: Ihre Renditen reagieren besonders empfindlich auf steigende Zinssätze – ein entscheidender Nachteil in einem Umfeld höherer Realzinsen.

Konkret hat Goldman beobachtet, dass BBB-Ratings sowohl auf Basis der Gesamtrendite als auch der Überrendite in den US-Dollar- und Euro-Märkten besser abgeschnitten haben als AA- und A-Ratings. Diese Erkenntnis ist für viele Anleger kontraintuitiv, da sie sich in unsicheren Marktphasen typischerweise auf Qualität konzentrieren.

Goldman setzt auf BBB – auch in Europa

„Wir bevorzugen BBB-Anleihen am USD-IG-Markt schon seit geraumer Zeit", so die Bank. Nun weitet Goldman Sachs diese Positionierung auch auf den europäischen Markt aus: „Wir nehmen nun auch am EUR-IG-Markt eine aggressivere Haltung ein, was den Wechsel in niedrigere Qualitätsstufen betrifft, da wir erwarten, dass sich das KI-bezogene Angebot in der Region beschleunigen wird."

Im High-Yield-Bereich verschiebt Goldman seine Präferenz zugunsten von B-Ratings gegenüber BB-Ratings. Die Begründung: anhaltender Angebotsgegenwind in der BB-Kohorte, der die Renditeaussichten dieser Klasse belastet.

CCC-Anleihen: Goldman wird vorsichtiger

Gleichzeitig stuft Goldman Sachs seine Einschätzung für CCC-Anleihen von „Neutral" auf „Untergewichten" herab. Obwohl die Überrendite-Prämie in diesem Segment beachtlich ist, betont die Bank die besonderen Risiken: „Es handelt sich um eine höchst idiosynkratische Gruppe, die eine sorgfältige Kreditauswahl erfordert." CCC-Anleihen sind die schwächste Ratingklasse im spekulativen Bereich und weisen ein deutlich erhöhtes Ausfallrisiko auf.

Für deutsche Privatanleger, die in Unternehmensanleihenfonds oder ETFs investiert sind, ist die Analyse von Goldman Sachs ein wichtiger Hinweis: Die klassische Gleichsetzung von „höherem Rating gleich besserer Performance" gilt im aktuellen Zins- und Angebotsumfeld nicht mehr uneingeschränkt. Eine differenzierte Betrachtung der Ratingklassen und ihrer jeweiligen Angebotsdynamik ist entscheidend für die Portfoliopositionierung.

Goldman SachsUnternehmensanleihenBbb-AnleihenInvestment GradeKreditqualitätRealzinsenHigh YieldAnleihen Rating

Disclaimer