Goldman Sachs: Diese drei Halbleiteraktien kaufen oder meiden
Vor den Q1-Quartalszahlen nennt Goldman Sachs konkrete Kauf- und Meidungsempfehlungen im Halbleitersektor.

Goldman Sachs sieht im Vorfeld der Ergebnisse für das erste Quartal ein breites fundamentales Aufwärtspotenzial im Halbleitersektor – jedoch mit klaren Unterschieden zwischen einzelnen Titeln. Die US-Investmentbank vertritt eine selektive Sichtweise und argumentiert, dass ein deutlicher Rücksetzer bei mehreren Top-Performern der vergangenen Wochen ein günstigeres Handelsumfeld geschaffen habe. Rechenleistung (Compute), Speicher (Memory und Storage) sowie Halbleiterausrüstung gehören laut den Analysten zu den Bereichen mit dem größten Potenzial für Schätzungsübertreffungen.
Die Einschätzungen stammen von einem Analystenteam unter der Leitung von James Schneider. Übergreifend sieht die Bank einen Aufwärtstrend bei den Investitionsausgaben der sogenannten Hyperscaler – also der großen Cloud-Anbieter –, was sowohl die Nachfrage nach Server-CPUs als auch ASIC-Programme stützen dürfte. Im Bereich Speicher und Storage bevorzugt Goldman die HDD- und NAND-Ökosysteme angesichts begrenzter kurzfristiger Angebotsausweitungen.
Die drei Kaufempfehlungen von Goldman Sachs
Als Empfehlung mit der höchsten Überzeugung auf der Kaufseite sticht Teradyne hervor. „Wir sehen Aufwärtspotenzial gegenüber den Markterwartungen für das Quartal und die Prognose, angesichts der steigenden Nachfrage nach Testgeräten in den Bereichen Computing, Optik und Speicher – mit potenziellen Details zu den Chancen auf Marktanteilsgewinne beim Testen von Grafikprozessoren (GPUs)", schrieben die Analysten in ihrer Mitteilung. Teradyne gilt als wichtiger Zulieferer im Chip-Testbereich und profitiert direkt vom KI-getriebenen Boom bei Hochleistungsprozessoren.
Applied Materials wird ebenfalls als Titel mit Aufwärtspotenzial eingestuft. Die Analysten verweisen auf Kapazitätsvorziehungen sowohl bei DRAM als auch im Foundry-Bereich als wesentliche Treiber. Mit einem Engagement von rund 60 Prozent in den Bereichen Ätzen und Abscheidung sieht Goldman Spielraum für die Aktie, sich weiter in Richtung der Bewertungsniveaus der Peer-Group zu entwickeln.
Advanced Micro Devices (AMD) rundet die optimistischen Empfehlungen ab. Hier erwartet Goldman, dass die Stärke bei Server-CPUs im Zusammenhang mit den Ausgaben für KI-Infrastruktur zu einem moderaten Übertreffen der Erwartungen führen wird – selbst wenn die anhaltende Schwäche im PC-Markt einen teilweisen Ausgleich darstellt. AMD gilt als einer der wichtigsten Herausforderer von Intel im Servermarkt und profitiert zunehmend von der wachsenden Nachfrage nach KI-fähiger Hardware.
Diese drei Halbleiteraktien sollten Anleger meiden
Auf der Unterseite erwartet Goldman, dass KLA Corp. trotz eines von der Bank als „sehr konstruktiv" beschriebenen Investorentags hinter den Wettbewerbern zurückbleiben wird. Der Grund: Die aktuellen Ausgaben für Ausrüstung sind stark auf DRAM ausgerichtet – ein Bereich, in dem die Intensität bei Inspektion und Metrologie, den Kerngeschäften von KLA, tendenziell geringer ausfällt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseOnsemi sieht sich laut den Analysten mit idiosynkratischem Gegenwind konfrontiert, der aus der starken Ausrichtung auf den Automobilsektor resultiert. Verstärkt wird dieser Druck durch Schwierigkeiten in den Geschäftsbereichen CMOS-Bildsensoren und Siliziumkarbid. Der Automobilsektor kämpft derzeit mit einer schwachen Nachfrage, was Zulieferer wie Onsemi besonders belastet.
Von Arm Holdings, die mit einem „Sell"-Rating eingestuft wird, erwartet Goldman lediglich ein „quartalsgerechtes Ergebnis im Rahmen der Erwartungen", da Gegenwind im Smartphone-Bereich zu einem kurzfristigen Rücksetzer führe. Arm, dessen Chip-Architektur in nahezu allen modernen Smartphones steckt, leidet unter der anhaltenden Flaute im Mobilfunkmarkt.
Bei den Analog-Halbleiterunternehmen sieht Goldman jene Unternehmen am besten positioniert, die das größte Engagement in den Bereichen Industrie, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung und Rechenzentren aufweisen. Diese Segmente gelten als stabiler und weniger zyklisch als der Konsumgüter- oder Automobilbereich – ein wichtiger Faktor in einem unsicheren makroökonomischen Umfeld.


