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Goldman Sachs erwartet fallenden Brent-Preis

Überschuss und steigende Lagerbestände könnten Rohöl bis 2026 deutlich verbilligen

Goldman Sachs erwartet fallenden Brent-Preis

Goldman Sachs rechnet damit, dass der Preis für Brent-Rohöl bis Ende 2026 auf ein Niveau in den niedrigen 50-Dollar-Bereich pro Barrel sinken wird. Hintergrund dieser Erwartung ist ein zunehmender Überschuss an Öl, der bereits ab dem kommenden Jahr einsetzen soll. Nach Einschätzung der US-Investmentbank dürfte das weltweite Angebot die Nachfrage deutlich übersteigen, was zu einem spürbaren Anstieg der globalen Lagerbestände führt.

In einer Mitteilung an Kunden erklärte das Institut, dass der Überschuss im Zeitraum vom vierten Quartal 2025 bis zum vierten Quartal 2026 durchschnittlich 1,8 Millionen Barrel pro Tag betragen werde. Daraus würde bis Ende 2026 ein Anstieg der weltweiten Ölreserven um rund 800 Millionen Barrel resultieren. Allein in den Mitgliedsstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werde ein Drittel dieser Menge gelagert sein, also etwa 270 Millionen Barrel.

Zusätzlich geht Goldman Sachs davon aus, dass die Nachfrage in den OECD-Ländern zurückgehen wird. Dieser Trend dürfte den Druck auf die Preise verstärken und den sogenannten fairen Wert von Brent-Rohöl von derzeit Mitte 70 Dollar pro Barrel auf ein deutlich niedrigeres Niveau senken. Der Rückgang soll sich dabei schrittweise vollziehen: Für den Rest des Jahres 2025 erwartet die Bank noch eine weitgehend stabile Entwicklung nahe den aktuellen Terminpreisen. Ab 2026 allerdings rechnet sie mit einem Absinken der Kurse unter das Niveau der entsprechenden Futures.

Eine mögliche Ausnahme stellt China dar. Sollte das Land seine Vorräte schneller aufbauen als bislang, könnte dies die Preisentwicklung beeinflussen. Goldman Sachs prognostiziert, dass ein beschleunigtes Wachstum der chinesischen Ölreserven auf bis zu 0,8 Millionen Barrel pro Tag den durchschnittlichen Brent-Preis im Jahr 2026 um sechs Dollar pro Barrel höher ausfallen lassen könnte. In diesem Fall würde der Durchschnittspreis bei 62 Dollar liegen und damit über der eigentlichen Basiserwartung der Bank.

Zuletzt notierten die Brent-Futures in den frühen Handelsstunden in Asien bei rund 67 Dollar pro Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate wurde parallel bei etwa 63 Dollar gehandelt. Damit bewegen sich beide Referenzsorten weiterhin klar über dem von Goldman Sachs für die kommenden Jahre prognostizierten Niveau.

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