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Goldman Sachs: Europäische Immobilienaktien nahe Tiefstständen von 2009

Steigende Anleiherenditen und sich ausweitende Credit Spreads drücken den europäischen Immobiliensektor auf historisch niedrige Bewertungsniveaus.

Goldman Sachs: Europäische Immobilienaktien nahe Tiefstständen von 2009

Europäische Immobilienaktien befinden sich in einem deutlichen Abwärtstrend. Seit dem 27. Februar ist der Sektor um rund 14% eingebrochen – ein Rückgang, der die Bewertungen auf ein Niveau gedrückt hat, das zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 zu beobachten war. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Goldman Sachs hervor.

Der Auslöser für den Ausverkauf ist eine Kombination aus steigenden Anleiherenditen und sich ausweitenden Credit Spreads. Beide Faktoren belasten den kapitalintensiven Immobiliensektor besonders stark, da höhere Zinsen die Finanzierungskosten der Unternehmen erhöhen und gleichzeitig die Attraktivität von Anleihen als alternative Anlageform steigern.

Bewertungsabschlag weit über historischem Durchschnitt

Besonders auffällig ist die aktuelle Bewertungssituation: Europäische Immobilienaktien werden derzeit mit einem Abschlag von rund 40% auf das für die nächsten zwölf Monate erwartete Netto-Sachanlagevermögen (Net Tangible Assets, NTA) gehandelt. Zum Vergleich: Der langfristige Durchschnittsabschlag liegt seit dem Jahr 2000 bei lediglich 19%. Die aktuelle Diskrepanz ist damit mehr als doppelt so groß wie der historische Mittelwert.

Für deutsche Anleger ist dieser Sektor besonders relevant, da der hiesige Immobilienmarkt stark von börsennotierten Unternehmen wie Vonovia oder LEG Immobilien geprägt wird. Diese Gesellschaften reagieren sensibel auf Zinsveränderungen, da sie zur Finanzierung ihres umfangreichen Immobilienbestands regelmäßig Kapital am Anleihemarkt aufnehmen müssen.

Die Analyse von Goldman Sachs verdeutlicht, wie stark makroökonomische Faktoren den Immobiliensektor derzeit belasten. Ob die aktuellen Bewertungsniveaus eine Kaufgelegenheit darstellen oder weitere Kursrückgänge drohen, hängt maßgeblich von der weiteren Entwicklung der Zinsen und der allgemeinen Risikobereitschaft der Investoren ab.

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