Goldman Sachs hebt Prognose für Australischen Dollar deutlich an
Investmentbank sieht AUD-Stärke durch restriktive RBA-Politik und erwartet weitere Zinserhöhungen

Goldman Sachs hat am Freitag seine Prognosen für den Australischen Dollar gegenüber dem US-Dollar deutlich angehoben. Die Investmentbank erhöhte ihre AUD/USD-Kursziele auf 0,72 (3 Monate), 0,73 (6 Monate) und 0,74 (12 Monate). Zuvor lagen die Schätzungen bei 0,68, 0,69 und 0,70.
Als Hauptgrund für die optimistischere Einschätzung nennt Goldman Sachs die restriktive Haltung der Reserve Bank of Australia (RBA). Die australische Notenbank war die erste unter den großen Zentralbanken, die im laufenden Jahr eine Zinserhöhung vornahm. Damit positioniert sich die RBA gegen den globalen Trend sinkender Zinsen.
Die Analysten erwarten für Mai eine weitere Zinserhöhung um etwa 20 Basispunkte. Diese Einschätzung deckt sich mit den aktuellen Markterwartungen. Entscheidend werden die vierteljährlichen Verbraucherpreisdaten sein, die eine Woche vor der Zinsentscheidung im Mai veröffentlicht werden. Die RBA konzentriert sich dabei besonders auf die zugrunde liegenden Inflationskennzahlen.
Aufwertungspotenzial trotz Metallmarkt-Schwäche
Bemerkenswert ist, dass der Australische Dollar seine Stärke beibehält, obwohl die jüngsten Ausverkäufe am Metallmarkt das australische Austauschverhältnis (Terms of Trade) beeinträchtigten. Rohstoffe spielen traditionell eine wichtige Rolle für die australische Wirtschaft und Währung.
Laut dem GSBEER-Modell von Goldman Sachs notiert der AUD derzeit etwa 2 Prozentpunkte unter seiner implizierten Performance der letzten sechs Monate. Dies deutet auf weiteres Aufwertungspotenzial hin. Die Bank sieht die anhaltend restriktive Geldpolitik der RBA als positiven Faktor für den Australischen Dollar.
US-Dollar unter Druck
Zugleich steht der US-Dollar unter Druck. Sowohl geldpolitische Entscheidungen der Federal Reserve als auch schwächere Wirtschaftsdaten belasten die amerikanische Währung. Dies könnte dem AUD/USD-Währungspaar zusätzlichen Rückenwind geben.
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Zur AktienanalyseRisiken für die Prognose
Goldman Sachs identifiziert jedoch drei wesentliche Risiken für ihre optimistische Einschätzung: Ein stärkerer Ausverkauf bei Metallpreisen könnte die rohstoffabhängige australische Wirtschaft belasten. Enttäuschende US-Konsumdaten könnten globale Wachstumssorgen auslösen und den Risikoappetit der Anleger dämpfen.
Zudem zeigt sich der AUD anfällig bei Abverkäufen von US-Technologieaktien, insbesondere im KI- und Softwarebereich. In solchen Phasen könnte die australische Währung gegenüber klassischen sicheren Häfen wie dem Japanischen Yen oder dem Schweizer Franken zurückfallen.


