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Goldman Sachs hebt STOXX 600-Ziel auf 660 Punkte an

Robustes Gewinnwachstum und KI-Optimismus treiben Europas Leitindex – trotz geopolitischer Belastungen durch den Nahost-Konflikt.

Goldman Sachs hebt STOXX 600-Ziel auf 660 Punkte an

Goldman Sachs hat sein 12-Monats-Kursziel für den paneuropäischen STOXX 600-Index auf 660 Punkte angehoben. Das US-Brokerhaus begründet diesen Schritt mit dem widerstandsfähigen Gewinnwachstum europäischer Unternehmen – und das trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Gegenüber dem zuletzt verzeichneten Schlussstand von 626 Punkten ergibt sich damit ein Aufwärtspotenzial von rund 5,4%.

Der STOXX 600 notierte zuletzt nahe seiner Rekordhochstände und verzeichnete im Mai ein Plus von 2,5%. Allerdings belasteten die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten die Marktstimmung und begrenzten das weitere Aufwärtspotenzial. Goldman Sachs hob neben dem 12-Monats-Ziel auch seine kürzerfristigen Prognosen an: Das Drei-Monats-Ziel liegt nun bei 640 Punkten, das Sechs-Monats-Ziel bei 645 Punkten.

Solides Wachstum als Fundament der Rallye

Als Treiber der bisherigen Kursentwicklung nennt Goldman Sachs mehrere Faktoren. „Ein solides nominales Wachstum, positive Revisionen im Energiesektor und widerstandsfähige Margen im restlichen Markt haben die Rallye untermauert", so das Brokerhaus in einer Mitteilung vom Freitag. Zusätzlich habe der Optimismus rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) den Aufschwung gestützt.

Gleichzeitig warnt Goldman Sachs vor Risiken, die das Aufwärtspotenzial begrenzen könnten. Der anhaltende Inflationsdruck sowie die Erwartung längerfristig hoher Zinsen würden die Bewertungen deckeln, die andernfalls höher ausfallen könnten. Die Rallye wurde zudem weitgehend von KI-bezogenen Aktien und dem Energiesektor getragen, während konsumnahe Branchen hinterherhinkten.

Bewertung: Europa günstiger als die USA

Ein zentrales Argument für europäische Aktien bleibt die vergleichsweise attraktive Bewertung. Das geschätzte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des STOXX 600 für die nächsten zwölf Monate liegt bei 17,55 – und damit deutlich unter dem des US-amerikanischen S&P 500, der aktuell mit einem KGV von 27,94 bewertet wird. Für Anleger, die auf der Suche nach günstig bewerteten Märkten sind, bleibt Europa damit ein interessantes Ziel.

Goldman Sachs prognostiziert für den STOXX 600 ein Wachstum des Gewinns je Aktie von 10% im Jahr 2026 und 5% im Jahr 2027. Die Dynamik schwächt sich dabei ab, da höhere Energiekosten zunehmend auf die Margen drücken dürften.

Internationale Anleger setzen auf Europa zur Diversifizierung

Zur Positionierung der Investoren erklärt Goldman Sachs, dass internationale Anleger Europa weiterhin für Value-Strategien und zur Portfoliodiversifizierung nutzen. Inländische Investoren hingegen bleiben aufgrund des schwachen Wirtschaftswachstums und der allgemeinen Unsicherheit vorsichtig.

Das Brokerhaus äußerte sich auch zu möglichen Bedenken hinsichtlich des Aktienangebots am europäischen Markt: „Gleichzeitig erscheinen die Sorgen um das Aktienangebot übertrieben, da der Markt bereit ist, mehr aufzunehmen", so Goldman Sachs. Im Gegensatz zum US-Markt leide Europa zudem nicht unter den typischen Konzentrationsproblemen, die dort durch die Dominanz weniger Mega-Cap-Aktien entstehen.

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