Goldman Sachs: Kupfer-Rallye spekulationsgetrieben statt fundamental
Die Kupferpreise sind seit November um 23% auf über 13.000 Dollar gestiegen. Goldman Sachs warnt jedoch: Die Rallye basiert auf Spekulation, nicht auf fundamentalen Marktfaktoren.

Die Investmentbank Goldman Sachs analysiert die jüngste Kupfer-Rallye kritisch und kommt zu einem überraschenden Schluss: Der Preisanstieg von 23% seit November, der die LME-Kupferpreise über die Marke von 13.000 Dollar katapultierte, ist primär spekulationsgetrieben. Fundamentale Faktoren spielen dabei eine untergeordnete Rolle.
Fehlende fundamentale Treiber
Goldman Sachs stellt klar, dass die üblichen Preistreiber bei dieser Rallye fehlen. Frühere Kupferpreisanstiege Anfang 2025 wurden durch den US-Dollar, Chinas Wachstumserwartungen oder Marktverknappungen außerhalb der USA ausgelöst. Diese Faktoren sind aktuell jedoch nicht am Werk. Besonders auffällig: Die Lagerbestände außerhalb der USA haben in den letzten Monaten sogar zugenommen, trotz des anhaltenden Bestandsaufbaus in den Vereinigten Staaten.
Zollfrage bleibt offen
Die Investmentbank hatte korrekt prognostiziert, dass Kupferzölle nicht zusammen mit der Section-232-Entscheidung zu kritischen Mineralien am 14. Januar angekündigt würden. Der veröffentlichte Bericht behält sich jedoch die Möglichkeit vor, künftig Zölle einzuführen. Stattdessen setzt die US-Regierung auf alternative Instrumente wie Preisuntergrenzen und Verhandlungen mit ausländischen Nationen, um die Versorgung mit kritischen Mineralien sicherzustellen.
Auswirkungen auf Preisdifferenzen
Dieser Ansatz könnte in den kommenden Monaten zu einer niedrigeren COMEX-Prämie gegenüber dem LME-Preis führen. Die Trump-Administration prüft Alternativen zu Zöllen, um die US-Versorgungssicherheit bei Metallen zu verbessern. Goldman Sachs hält dennoch an seiner Basisprognose fest: Ein Zoll auf raffiniertes Kupfer wird voraussichtlich Mitte des Jahres angekündigt und im Januar 2027 umgesetzt.
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Zur AktienanalyseMarktausblick
Für Anleger bedeutet die Goldman-Analyse, dass die aktuelle Kupferpreisentwicklung mit Vorsicht zu betrachten ist. Spekulationsgetriebene Rallyes können sich schnell umkehren, wenn fundamentale Daten die Erwartungen nicht stützen. Die weitere Entwicklung hängt stark von der US-Handelspolitik und der tatsächlichen Nachfrageentwicklung, insbesondere aus China, ab.


