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Goldman Sachs stuft CNH Industrial nach starker Rally herab

Die US-Investmentbank senkt das Rating auf „Neutral" und das Kursziel auf 10,50 Dollar – die Aktie sei nun fair bewertet.

Goldman Sachs stuft CNH Industrial nach starker Rally herab

Goldman Sachs hat CNH Industrial am Montag von „Buy" auf „Neutral" herabgestuft und das 12-Monats-Kursziel von 12,00 auf 10,50 Dollar gesenkt. Die Investmentbank begründet diesen Schritt damit, dass die Aktie des Herstellers von Landwirtschafts- und Baumaschinen nach einer Phase starker Outperformance nun fair bewertet sei. Die Herabstufung erfolgte im Rahmen einer umfassenderen Analyse des europäischen Investitionsgütersektors zum Ende der Berichtssaison für das erste Quartal 2026.

CNH Industrial hatte seit der Hochstufung durch Goldman Sachs im Januar 2026 rund 17% zugelegt und damit den Durchschnitt der von der Bank beobachteten Multi-Industrie-Unternehmen von 6,3% deutlich übertroffen. Die Analysten um Daniela Costa erklären jedoch, dass die Rallye nun beendet sei. Sie war getragen worden von Hoffnungen auf normalisierte Lagerbestände und eine Erholung der Rohstoffpreise.

„Wir glauben nun, dass die Aktie fair bewertet ist, da der Markt mit einer anhaltend schwachen landwirtschaftlichen Nachfrage in Nordamerika inmitten makroökonomischer Volatilität und höherer Düngemittelpreise sowie mit stärker als erwartet ausfallendem Gegenwind durch Zölle und einer stockenden Erholung im europäischen Baugewerbe zu kämpfen hat", schrieb das Analystenteam um Daniela Costa.

Schwache Q1-Ergebnisse und deutlich gesenkte Prognosen

Besonders auffällig: Die Ergebnisse von CNH im ersten Quartal verfehlten die Konsensschätzungen beim EBIT um mehr als 50%. Dennoch stieg die Aktie seither um 8%. Goldman Sachs senkte daraufhin seine EBIT-Prognosen für CNH für die Jahre 2026 und 2027 um 7% beziehungsweise 19%. Die eigenen Schätzungen der Bank liegen damit nun um 24% und 19% unter dem Marktkonsens – ein deutliches Signal, dass Goldman Sachs die Lage pessimistischer einschätzt als die Mehrheit der Analysten.

Als zentrale Belastungsfaktoren nennen die Analysten die schwache Agrarnachfrage in Nordamerika, gestiegene Düngemittelpreise, Zollgegenwind sowie eine schleppende Erholung im europäischen Bausektor. Diese Kombination aus makroökonomischen Risiken und sektorspezifischen Herausforderungen lässt aus Sicht von Goldman Sachs weiteres Kurspotenzial vorerst begrenzt erscheinen.

Gemischtes Bild für den gesamten europäischen Investitionsgütersektor

Mit Blick auf den breiteren Sektor stellten die Analysten fest, dass das erste Quartal von einem ungewöhnlich starken Auftragswachstum geprägt war – im Durchschnitt 16% bei den Investitionsgüterunternehmen. Dabei übertrafen 77% der von der Bank beobachteten Unternehmen die Erwartungen beim Auftragseingang. Haupttreiber dieser Dynamik sind Investitionen in Künstliche Intelligenz und Rechenzentren.

Das KI-bezogene Ökosystem aus Rechenzentren, Halbleitern und Versorgungsunternehmen macht mittlerweile mehr als 40% des Investitionsmonitors (Capex Tracker) von Goldman Sachs aus – verglichen mit weniger als 25% vor drei Jahren. Dieser strukturelle Wandel verändert die Zusammensetzung der Nachfrage im Sektor erheblich.

Die starken Auftragseingänge schlugen sich jedoch nicht unmittelbar in den Umsätzen nieder. Rund 69% der Unternehmen verfehlten die Umsatzprognosen, da die Umwandlung von Aufträgen in tatsächliche Verkäufe länger dauert als historisch üblich. Etwa die Hälfte der Unternehmen verfehlte zudem die Margenerwartungen, wobei erneuter Druck bei Rohstoff- und Vorleistungskosten als ein wesentlicher Faktor genannt wurde.

Nachdem Unternehmen nach Jahren starker Inflation zunächst zögerlich schienen, die Preise weiter anzuheben, gaben Firmen wie Assa Abloy, Legrand und ABB laut Goldman Sachs nun Ausblicke auf Preiserhöhungen im laufenden Jahr. Dies könnte mittelfristig den Margendruck teilweise abfedern – für CNH Industrial bleibt die Ausgangslage nach Einschätzung der Bank jedoch vorerst herausfordernd.

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