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Goldman Sachs stuft Maersk hoch und hebt Kursziel an

Goldman Sachs bewertet Maersk nun mit „Neutral" und erhöht das Kursziel auf 16.000 Dänische Kronen – wegen verbesserter Angebots-Nachfrage-Dynamik.

Goldman Sachs stuft Maersk hoch und hebt Kursziel an

Goldman Sachs hat den Schifffahrtsriesen A. P. Moeller-Maersk am Freitag von „Sell" auf „Neutral" hochgestuft. Gleichzeitig hob die US-Investmentbank das 12-Monats-Kursziel deutlich von 13.000 auf 16.000 Dänische Kronen an. Als zentralen Grund nannten die Analysten eine weniger stark als erwartet ausfallende Verschlechterung des Verhältnisses von Angebot und Nachfrage in der Containerschifffahrt bis zum Jahr 2027.

Die Heraufstufung spiegele laut Goldman Sachs einen geringeren prognostizierten Free-Cashflow-Verbrauch in den kommenden Jahren wider. Dieser Umstand habe das auf einem Dividenden-Diskontierungsmodell basierende Kursziel „mechanisch angehoben", so die Analysten. Seit der Aufnahme in die „Sell"-Liste am 14. Januar entwickelten sich die Maersk-Aktien seitwärts, während der FTSE World Europe Index im gleichen Zeitraum um 5 % zulegte. Zum Stand vom 2. Juli notierte die Aktie bei 16.335 Kronen – was gegenüber dem neuen Kursziel noch ein leichtes Abwärtspotenzial von 2,1 % impliziert.

Deutlich höhere EBITDA-Schätzungen für 2026 und 2027

Goldman Sachs revidierte seine Gewinnschätzungen für Maersk erheblich nach oben. Die EBITDA-Prognose für 2026 wurde von 7,68 Milliarden US-Dollar auf 9,98 Milliarden US-Dollar angehoben. Für 2027 stieg die Schätzung von 7,26 Milliarden auf 8,31 Milliarden US-Dollar. Beide Werte liegen damit deutlich über dem Visible-Alpha-Konsens von rund 6 Milliarden US-Dollar für 2027.

Die Analysten merkten an, dass ein EBITDA von 6 Milliarden US-Dollar „einen umfassenden Preiskrieg implizieren würde, vergleichbar mit einigen der Tiefpunkte in den Jahren 2009, 2011 und 2016." Für das dritte Quartal 2026 liegt die EBITDA-Schätzung der Bank mit 3,90 Milliarden US-Dollar sogar rund 40 % über dem Visible-Alpha-Konsens. Beim Free Cashflow für das Gesamtjahr 2026 rechnet Goldman Sachs mit einem leicht positiven Wert von 267 Millionen US-Dollar – während der Bloomberg-Konsens einen kumulierten Cash-Verbrauch von 2,00 bis 3,00 Milliarden US-Dollar für den Zeitraum 2026–2027 einpreist.

Engpässe bei Dieselmotoren bremsen Schiffsauslieferungen

Ein wesentlicher Treiber der revidierten Einschätzung sind höhere Verzögerungsraten bei Schiffsauslieferungen. Goldman Sachs prognostiziert für 2027 nun Netto-Neuauslieferungen von Containerschiffen in Höhe von 7,9 % der weltweiten Flotte – zuvor waren es 8,5 %. Das effektive Netto-Angebotswachstum liegt damit bei rund 4 % gegenüber dem Vorjahr.

Als Ursache für die Lieferverzögerungen identifizieren die Analysten Engpässe in den Lieferketten für Dieselmotoren. Diese entstehen durch die sprunghaft ansteigende Nachfrage aus dem Rechenzentrumssektor. Schätzungen zufolge könnte die Nachfrage nach schweren Dieselgeneratoren für Rechenzentren den weltweiten Bedarf der Schifffahrt sogar übersteigen. Ein weiterer Anstieg dieser Nachfrage „könnte, abhängig vom Kapazitätsausbau der Motorenhersteller, Auswirkungen im zweistelligen Prozentbereich auf die geplanten Schiffsauslieferungen haben", so die Analysten.

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr 2026 bewertet Goldman Sachs die Marktbedingungen im dritten Quartal als „ideal": Die Nord-Süd-Frachtraten hätten sich kräftig erholt, während die Bunkerkosten gesunken seien. Die Bank prognostiziert, dass die Spotraten im August ihren Höchststand erreichen werden, bevor sie bis zum Jahresende wieder sinken.

Kritik an Kapitalallokation und Abwärtsrisiken

Goldman Sachs geht weiterhin davon aus, dass Maersk seine jährlichen Netto-Investitionsausgaben auf rund 4 Milliarden US-Dollar senken wird – verglichen mit dem aktuellen Budget von mehr als 5 Milliarden US-Dollar. Die laufenden Schiffskäufe „zu historisch hohen Preisen in einem mittelfristig überversorgten Markt" bezeichneten die Experten als suboptimale Kapitalallokation.

Als wesentliche Abwärtsrisiken für den Ausblick nennt Goldman Sachs zwei Szenarien: Erstens eine vollständige Wiedereröffnung der Schifffahrtswege im Roten Meer, was nach Schätzungen der Bank rund 10 % der weltweiten effektiven Kapazität freisetzen würde. Zweitens ein schwächer als erwartet ausfallender Wachstum des Welthandels. Beide Faktoren könnten die Frachtraten und damit die Ergebnisse von Maersk erheblich unter Druck setzen.

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