Goldman Sachs trennt sich von Chefjuristin wegen Epstein-Verbindungen
Der Druck durch neue Dokumente zu E-Mail-Kontakten mit Jeffrey Epstein wurde für Goldman Sachs und Kathy Ruemmler zu groß.

Goldman-Sachs-Chef David Solomon hatte monatelang eisern an seiner Chefjuristin Kathryn Ruemmler festgehalten. Trotz öffentlicher Kritik an ihren früheren Verbindungen zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein betonte Solomon sein volles Vertrauen in die erfahrene Anwältin, die unter US-Präsident Barack Obama als Rechtsberaterin des Weißen Hauses gedient hatte. Ihre Position schien gesichert – bis neue Dokumente alles veränderten.
Eine neue Sammlung von Unterlagen enthüllte, dass Ruemmler mit Epstein per E-Mail über dessen Rechts- und Medienstrategien kommuniziert hatte. Laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen löste dies bei mehreren Vorstandsmitgliedern von Goldman Sachs erhebliche Bedenken aus. Die Frage nach der Außenwirkung ihres Verbleibs im Unternehmen rückte damit erstmals ernsthaft in den Fokus.
Parallele zu Paul-Weiss-Chef Karp als Wendepunkt
Parallel dazu sorgte ein weiterer Fall für Unruhe: Brad Karp, Vorsitzender der renommierten Anwaltskanzlei Paul Weiss, trat am 4. Februar auf Druck seiner Partner zurück. Weitere E-Mails hatten gezeigt, dass Karp Epstein deutlich näherstanden hatte als bisher öffentlich bekannt. Dieser Rücktritt wirkte als Katalysator für die Diskussion bei Goldman.
Einige Goldman-Vorstandsmitglieder erkannten in Karps Situation eine direkte Parallele zur eigenen Lage mit Ruemmler. Die Frage, welches Signal das Festhalten an der Chefjuristin nach außen sende, ließ sich nicht länger ignorieren. Auch Kunden der Bank hatten bereits begonnen, kritische Fragen zu stellen.
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Zur AktienanalyseDer Fall verdeutlicht, wie die anhaltende juristische und mediale Aufarbeitung des Epstein-Skandals auch Jahre nach dem Tod des Missbrauchstäters Karrieren in den höchsten Etagen der US-Finanzwelt erschüttern kann. Für Goldman Sachs, eine der mächtigsten Investmentbanken der Welt, steht dabei nicht nur der Ruf einer einzelnen Führungskraft, sondern das Ansehen des gesamten Hauses auf dem Spiel.


