Goldman Sachs übertrifft Erwartungen dank Marktvolatilität und M&A-Boom
Rekordergebnisse im Aktienhandel und ein boomender M&A-Markt treiben den Gewinn der US-Investmentbank auf 5,4 Milliarden Dollar.

Goldman Sachs hat das erste Quartal 2025 mit einem überraschend starken Ergebnis abgeschlossen und damit gleich zu Beginn der US-Berichtssaison ein klares Signal gesetzt. Der Gewinn nach Anteilen Dritter kletterte von Januar bis März auf 5,4 Milliarden Dollar – nach 4,58 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum. Auch die Erträge übertrafen mit 17,2 Milliarden Dollar die Erwartungen der Analysten deutlich.
Zwei Faktoren trieben das starke Ergebnis maßgeblich an: die anhaltend hohe Aktivität im Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A), in dem Goldman Sachs traditionell eine führende Rolle als Berater einnimmt, sowie die ausgeprägte Volatilität an den Finanzmärkten. Starke Kursschwankungen veranlassen institutionelle Kunden dazu, ihre Portfolios umzuschichten oder sich über Derivate abzusichern – beides kommt dem Handelsgeschäft der Bank direkt zugute.
Rekord im Aktienhandel
Besonders eindrucksvoll entwickelte sich das Aktienhandels- und Finanzierungsgeschäft: Die Erträge sprangen um 27 Prozent auf den Rekordwert von 5,33 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren, Währungen und Rohstoffen gab dagegen um zehn Prozent nach. In einem von Unsicherheit geprägten Marktumfeld suchen viele Investoren verstärkt Schutz durch Hedging-Strategien – ein klassisches Muster in Zeiten geopolitischer Spannungen.
Vorstandschef David Solomon kommentierte die Lage nüchtern: „Die geopolitische Landschaft bleibt sehr komplex – ein diszipliniertes Risikomanagement bleibt deshalb für uns der Kern dessen, wie wir arbeiten." Gleichzeitig stellte die Bank im ersten Quartal 315 Millionen Dollar für mögliche Kreditausfälle zurück – ein Zeichen, dass das Management die Risiken im Blick behält.
M&A-Boom beschert Investmentbanking-Rekord
Das Investmentbanking verzeichnete einen Ertragssprung von 48 Prozent auf 2,84 Milliarden Dollar. Das weltweite M&A-Geschäft zeigt sich bislang unbeeindruckt von geopolitischen Belastungen. Goldman-Banker waren unter anderem beim 65 Milliarden Dollar schweren Verkauf der Lebensmittelsparte von Unilever an den US-Konzern McCormick beratend tätig – eine der größten Transaktionen des Quartals.
Für weiteres Wachstum im Transaktionsgeschäft könnten die für dieses Jahr erwarteten Börsengänge von Unternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic sorgen. Diese hochkarätigen IPOs dürften das Investmentbanking-Geschäft zusätzlich ankurbeln und Goldman Sachs als führenden Emissionsbegleiter weiter stärken.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAktie unter Druck trotz starker Zahlen
Trotz der positiven Quartalszahlen gerieten Goldman-Aktien am Montagnachmittag unter Druck und verloren 3,7 Prozent. Auch andere Bankenwerte litten: US-Rivale Morgan Stanley büßte vorbörslich rund zwei Prozent ein, während die Aktie der Deutschen Bank ihre Verluste nach den Zahlen auf bis zu 2,7 Prozent ausweitete. Das Phänomen „Buy the rumor, sell the news" scheint hier eine Rolle zu spielen – die starken Ergebnisse waren von vielen Marktteilnehmern offenbar bereits eingepreist worden.


