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Goldpreis 2026: Analysten bleiben optimistisch – aber nicht kurzfristig

Gold hat alle Jahresgewinne abgegeben. Citi senkt das Kursziel auf 4.000 Dollar – doch langfristig bleibt die Stimmung bullish.

Goldpreis 2026: Analysten bleiben optimistisch – aber nicht kurzfristig

Der Goldpreis befindet sich in einer deutlichen Schwächephase. Nach einem außergewöhnlichen Jahr 2025, in dem das Edelmetall um mehr als 65 Prozent zulegte und Futures zwischenzeitlich Rekordhochs von 5.600 Dollar pro Unze erreichten, notiert Gold aktuell bei rund 4.300 Dollar – in etwa auf dem Niveau zu Jahresbeginn. Damit hat das Edelmetall sämtliche Jahresgewinne wieder abgegeben.

Ein besonders auffälliges Signal liefert die technische Analyse: Laut Citi Research notiert Gold zum ersten Mal seit fast drei Jahren unter seinem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt. Dieser Indikator gilt vielen Marktteilnehmern als wichtiger Maßstab für den übergeordneten Markttrend. Das Unterschreiten dieser Marke zeigt deutlich, dass der Aufwärtsschwung vorerst gebrochen ist.

Citi senkt Kursziel – Goldman Sachs bleibt optimistischer

Citi-Analyst Kenny Hu hat seine kurzfristige Einschätzung für Gold am Montag offiziell herabgestuft und das Drei-Monats-Kursziel um 300 Dollar auf 4.000 Dollar pro Feinunze gesenkt. Sein Sechs- bis Zwölf-Monats-Ziel von 5.000 Dollar ließ er jedoch unverändert. Goldman Sachs zeigt sich sogar noch zuversichtlicher und hält an einer Prognose von 5.400 Dollar fest.

Als Hauptursache für die aktuelle Schwäche nennt Hu eine Reihe von Problemen, die aus dem Krieg im Iran resultieren. Der Konflikt hat die Inflation angeheizt und damit die Erwartungen verstärkt, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen anheben könnte. Höhere Zinsen machen verzinste Anlagen attraktiver als Gold, das keine Dividende zahlt. Zudem kann ein steigender US-Dollar die Goldkäufe internationaler Investoren belasten.

„Käufe bei Kursrücksetzern machen hier nur sinnvoll, wenn man fest davon ausgeht, dass es zu keiner erneuten Eskalation des Krieges kommt und die Warenströme durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen werden", so Hu. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und spielt eine zentrale Rolle für den globalen Energiehandel.

Saisonale Flaute als zusätzlicher Gegenwind

Neben den geopolitischen Risiken befindet sich Gold laut Citi-Analysten mitten in einer saisonalen Nachfrageflaute. Die Nachfrage nach Schmuck, Barren und Münzen – traditionell wichtige Treiber des Goldpreises – ist in dieser Jahreszeit typischerweise schwächer. Diese saisonalen Muster verstärken den ohnehin vorhandenen Abwärtsdruck.

Goldman Sachs wies im vergangenen Monat auf einen weiteren Faktor hin, der Gold kurzfristig belasten kann: „Die hohe Liquidität von Gold macht es zu einer natürlichen Cash-Quelle, wenn Privatanleger Liquiditätsbedarf haben – zum Beispiel, wenn die Aktienmärkte angesichts höherer Zinsen und schwächerer Wachstumserwartungen aufgrund geopolitischer Risiken nachgeben", schrieben die Analysten.

Nicholas Colas und Jessica Rabe von DataTrek erklären die schwache Performance schlicht damit, dass Gold im vergangenen Jahr und bis Anfang 2026 „zu weit und zu schnell gestiegen" sei. Das Duo bleibt langfristig optimistisch, erwartet jedoch, dass das Edelmetall in den nächsten sechs bis zwölf Monaten „wahrscheinlich schlechter abschneiden wird als Aktien".

Langfristige Treiber bleiben intakt

Trotz der kurzfristigen Schwäche halten viele Analysten an ihrer positiven Langfristeinschätzung fest. Die strukturellen Faktoren, die Gold 2025 angetrieben haben, sind weiterhin vorhanden: der sogenannte „Debasement Trade" – also die Sorge vor einer Entwertung von Papierwährungen –, die hohe Staatsverschuldung vieler Länder sowie der Optimismus über anhaltend starke Goldkäufe der Zentralbanken weltweit.

Für deutsche Privatanleger ergibt sich daraus ein differenziertes Bild. Wer langfristig in Gold investiert ist, hat trotz der aktuellen Korrektur noch immer erhebliche Gewinne aus dem Vorjahr. Sollten sich die optimistischeren Prognosen bewahrheiten und der Goldpreis neue Rekordhöhen erreichen, beträgt das implizite Aufwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau rund 15 Prozent. Kurzfristig jedoch mahnen die Analysten zur Geduld.

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