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Goldpreis auf Zwei-Monats-Hoch: Iran-Risiko und Fed-Zinspfad im Fokus

Gold setzt Rally fort und nähert sich dem höchsten Stand seit über zwei Monaten – trotz starkem Dollar und steigenden Treasury-Renditen.

Goldpreis auf Zwei-Monats-Hoch: Iran-Risiko und Fed-Zinspfad im Fokus

Die Goldpreise haben ihre Aufwärtsbewegung am Dienstag fortgesetzt und notieren nahe dem höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. XAU/USD stieg um 0,4 Prozent auf 4.407,79 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures sogar um 1,1 Prozent auf 4.467,59 US-Dollar zulegten. Bemerkenswert ist dabei, dass die Kaufdynamik selbst den Gegenwind durch einen festeren US-Dollar, steigende Treasury-Renditen und höhere Energiepreise überwog – Faktoren, die das unverzinste Edelmetall in der Vergangenheit regelmäßig belastet hatten.

Den Auftakt zur aktuellen Rally bildete ein Kurssprung von 2,4 Prozent am Freitag, nachdem Daten zeigten, dass die US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft im Juli unerwartet gesunken waren. Am Montag schloss Gold bei rund 4.390 US-Dollar – ein Plus von 1,11 Prozent und der höchste Tagesschlusskurs seit fast zehn Wochen. Andere Edelmetalle entwickelten sich dagegen uneinheitlich: Silber (XAG/USD) gab um 0,5 Prozent auf 65,41 US-Dollar nach, während Platin (XPT/USD) leicht um 0,2 Prozent auf 1.761,10 US-Dollar zulegte.

Drei Treiber hinter der Goldstärke

Tony Sycamore, Senior Market Analyst bei IG, erklärt die ungewöhnliche Widerstandsfähigkeit des Goldpreises mit einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Er nennt „Fear-of-missing-out"-Käufe (FOMO) von Anlegern, die den Rückgang des Goldpreises in Richtung 4.000 US-Dollar verpasst hatten, Eindeckungen von Leerverkäufen durch spekulative Konten sowie eine Rückkehr der Nachfrage nach sicheren Häfen. Diese Kombination erklärt, warum Gold trotz eines eigentlich ungünstigen Marktumfelds weiter zulegen konnte.

Ein zentrales Thema für die Märkte bleibt die geopolitische Lage rund um die Straße von Hormus. Der Iran erklärte, man stehe kurz vor einer endgültigen Einigung mit dem Oman über neue Schifffahrtswege durch die strategisch wichtige Wasserstraße. Gleichzeitig bekräftigte Teheran, dass die USA zusätzliche Bedingungen erfüllen müssten, bevor die Meerenge wieder geöffnet werden könne. Festgefahrene Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie die Forderung von Präsident Donald Trump nach iranischen Entschädigungszahlungen verkomplizieren die Hoffnung auf ein rasches Abkommen.

Die diplomatische Unsicherheit treibt die Ölpreise nach oben und hält das Risiko einer energiegetriebenen Inflation im Fokus. Das wiederum könnte den Spielraum der US-Notenbank Federal Reserve für eine Lockerung der Geldpolitik einschränken – ein Szenario, das Gold als Inflationsschutz zusätzlich attraktiv macht.

Chinas Zentralbank kauft so viel Gold wie seit Oktober 2023 nicht mehr

Neben den geopolitischen Faktoren liefert China eine wichtige Stütze für die Goldnachfrage. Die People's Bank of China erhöhte ihre Goldreserven im Juli so stark wie seit Oktober 2023 nicht mehr. Diese anhaltenden Käufe durch den offiziellen Sektor unterstreichen die strukturelle Nachfrage nach dem Edelmetall auf globaler Ebene und verleihen der Rally eine solide fundamentale Basis.

Für die weitere Richtung des Goldpreises werden die anstehenden US-Inflationsdaten entscheidend sein. Am Mittwoch steht der Verbraucherpreisindex (CPI) auf dem Programm, am Donnerstag folgt der Erzeugerpreisindex (PPI). Beide Datenpunkte werden von den Märkten genau beobachtet, um neue Hinweise auf den Zinspfad der Fed zu erhalten. Laut dem CME FedWatch Tool preisen die Märkte derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 52 Prozent für eine Zinserhöhung im September und eine Chance von 81 Prozent für eine Anhebung im Dezember ein. Da Gold keine Zinserträge abwirft, verliert es grundsätzlich an Attraktivität, wenn die Zinsen steigen.

Technische Analyse: Widerstand bei 4.460 bis 4.500 US-Dollar

Aus technischer Sicht befindet sich Gold laut Sycamore auf Kurs, den Abwärtstrend-Widerstand um 4.460 US-Dollar zu testen. Dieser leitet sich aus dem Hoch von Ende Januar ab und wird durch den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt nahe 4.495 US-Dollar verstärkt. Sycamore erwartet, dass die Zone zwischen 4.460 und 4.500 US-Dollar den Anstieg zunächst begrenzen wird. Ein nachhaltiger Ausbruch über diesen Bereich könnte jedoch den Weg für eine stärkere Erholung in Richtung 5.000 US-Dollar ebnen. Der US Dollar Index zeigte sich zuletzt mit rund 99,8 kaum verändert und bot dem Edelmetall dabei wenig Orientierung.

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