Goldpreis erholt sich nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten deutlich
Schwache Nonfarm Payrolls dämpfen Zinserwartungen und treiben Gold auf ersten Wochengewinn seit fünf Wochen.

Die Goldpreise haben sich am Freitag stabilisiert und steuerten auf ihren ersten Wochengewinn seit fünf Wochen zu. Auslöser war ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Arbeitsmarktbericht, der die Sorgen über steigende Zinssätze spürbar dämpfte. Der Gold-Spotpreis legte um 1,3 % auf 4.175,72 US-Dollar pro Unze zu, während Gold-Futures um 1,5 % auf 4.189,59 US-Dollar pro Unze kletterten. Auf Wochensicht notierte das Edelmetall damit rund 1 % im Plus.
Die Erholung ist bemerkenswert, denn Gold war zu Beginn der Woche noch auf ein Achtmonatstief gefallen. Die Handelsvolumina blieben am Freitag aufgrund eines US-Feiertags gering, was die Kursbewegungen jedoch nicht bremste.
Schwache Jobdaten als Katalysator
Den entscheidenden Impuls lieferten die US-Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft – die sogenannten Nonfarm Payrolls – für den Monat Juni. Diese fielen schwächer aus als von Analysten erwartet und sorgten damit für eine kräftige Erholung am Goldmarkt bereits am Donnerstag. Ein starker Arbeitsmarkt gilt als eine der Hauptvoraussetzungen der US-Notenbank Federal Reserve für eine Straffung der Geldpolitik. Fallen die Jobdaten enttäuschend aus, sinkt die Wahrscheinlichkeit von Zinserhöhungen – und das kommt Gold zugute.
Gleichzeitig gab der US-Dollar-Index nach den Daten von seinen fast 13-Monats-Hochs nach, was zusätzliche Gewinne an den Metallmärkten auslöste. Auch andere Edelmetalle profitierten: Silber-Spot stieg um 2,4 % auf 62,4075 US-Dollar pro Unze, Platin-Spot legte um 1,9 % auf 1.656,84 US-Dollar pro Unze zu.
Belastetes zweites Quartal liegt hinter Gold
Die jüngste Erholung kommt nach einer ausgesprochen schwierigen Phase für das Edelmetall. Im zweiten Quartal verlor Gold rund 13 % und gab damit sämtliche Jahresgewinne wieder ab. Hauptgrund waren wachsende Befürchtungen, dass die Federal Reserve die Zinsen in diesem Jahr anheben könnte. Die Notenbank hatte bei ihrer Juni-Sitzung einen hawkishen Ton angeschlagen. Fed-Chef Kevin Warsh warnte zudem in dieser Woche, dass die Zentralbank an ihrem jährlichen Inflationsziel von 2 % festhalten werde.
Höhere Zinsen belasten Gold traditionell, da das Edelmetall keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwirft. Steigen die Realrenditen, wird Gold im Vergleich zu verzinslichen Anlagen weniger attraktiv.
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Zur AktienanalyseAnalysten bleiben vorsichtig optimistisch
Die Analysten der singapurischen Bank OCBC äußerten sich vorsichtig zuversichtlich. „Kurzfristig würden wir unseren Ton von vorsichtig auf vorsichtig konstruktiv ändern. Gold kann die Erholung ausweiten, wenn die kommenden US-Daten die Realrenditen und den US-Dollar weiterhin deckeln", so die Experten in einer Mitteilung. Gleichzeitig mahnten sie zur Zurückhaltung: „Da die Arbeitslosigkeit jedoch weiterhin stabil ist, die Rhetorik der Fed falkenhaft bleibt und Inflationsrisiken weiterhin auf dem Radar der Fed stehen, ist eine gewisse taktische Vorsicht geboten."
Die OCBC hatte Anfang der Woche sowohl ihre Goldpreisprognose als auch ihre Silberpreisprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert und dabei auf anhaltenden kurzfristigen Gegenwind durch US-Zinserwartungen und hohe Renditen verwiesen. Für deutsche Anleger bleibt Gold damit ein Markt, der stark von der weiteren Entwicklung der US-Geldpolitik abhängt.


