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Goldpreis erholt sich vom Sechsmonatstief trotz Fed-Zinssorgen

Nach einem Rückgang auf den tiefsten Stand seit November gewinnt Gold leicht, während Iran-Spannungen und US-Inflationsdaten die Märkte belasten.

Goldpreis erholt sich vom Sechsmonatstief trotz Fed-Zinssorgen

Der Goldpreis hat sich am Donnerstag leicht erholt, nachdem er zuvor im Handelsverlauf auf den niedrigsten Stand seit mehr als sechs Monaten gefallen war. Der Spot-Goldpreis stieg um 0,6 % auf 4.093,35 US-Dollar pro Unze, nachdem er zwischenzeitlich bis auf 4.023,96 US-Dollar abgerutscht war – den schwächsten Wert seit Ende November. In der vorangegangenen Sitzung hatte das Edelmetall bereits mehr als 4 % verloren.

Die US-Gold-Futures gaben hingegen um 0,5 % auf 4.114,25 US-Dollar pro Unze nach. Belastet werden die Futures vor allem von den Erwartungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinsen länger auf einem hohen Niveau halten könnte.

Eskalation im Nahen Osten belastet Finanzmärkte

Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich deutlich verschärft. Die Vereinigten Staaten führten über Nacht neue Angriffe auf den Iran durch und eskalierten damit einen Konflikt, der die globalen Finanzmärkte erschüttert und die Ölpreise kräftig nach oben getrieben hat. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain.

Besonders brisant: Teheran erklärte einen Stopp des gesamten Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus. Diese Meerenge gilt als eine der wichtigsten Schlüsselrouten für den weltweiten Energietransport und ist für die globale Ölversorgung von entscheidender Bedeutung.

US-Inflation auf höchstem Stand seit drei Jahren

Parallel zur geopolitischen Eskalation sorgen neue US-Wirtschaftsdaten für Unruhe an den Märkten. Daten vom Mittwoch zeigten, dass die US-Verbraucherpreise im Mai um 4,2 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind – das schnellste Tempo seit drei Jahren. Als Haupttreiber gelten höhere Energiekosten.

Der Inflationsbericht verstärkte die Markterwartungen, dass die Federal Reserve die Zinsen länger auf einem hohen Niveau halten wird. Zins-Futures signalisieren nun sogar eine wachsende Wahrscheinlichkeit für mindestens eine weitere Zinserhöhung vor Jahresende – eine deutliche Abkehr von den Erwartungen zu Beginn des Jahres.

Höhere Zinssätze erhöhen die sogenannten Opportunitätskosten für das Halten von Gold, da das Edelmetall keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden abwirft. Gleichzeitig stützen höhere Zinsen den US-Dollar, was Gold für Käufer aus Übersee verteuert. Der US-Dollar-Index notierte im asiatischen Handel weitgehend unverändert und hielt sich in der Nähe eines Zweimonatshochs, das zu Beginn der Woche erreicht worden war.

Die Analysten der ING ordneten die Lage in einer Mitteilung ein: „Während geopolitische Unsicherheit und Käufe der Zentralbanken weiterhin langfristige Unterstützung bieten, dürfte die kurzfristige Preisentwicklung eng an die US-Wirtschaftsdaten, die Renditen von Staatsanleihen und die Erwartungen an die Politik der Federal Reserve gekoppelt bleiben."

Andere Edelmetalle und Industriemetalle im Überblick

Auch die übrigen Edelmetalle verzeichneten Bewegung. Silber legte um 1 % auf 64,01 US-Dollar pro Unze zu, während Platin um 0,7 % auf 1.677,60 US-Dollar pro Unze stieg. Bei den Industriemetallen zeigte sich ein gemischtes Bild: Die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange fielen um 0,6 % auf 13.442,33 US-Dollar pro Tonne, während die US-Kupfer-Futures um 0,5 % auf 6,23 US-Dollar pro Pfund stiegen.

Die Anleger richten ihren Blick nun auf die US-Erzeugerpreisdaten, die im Laufe des Donnerstags veröffentlicht werden sollen. Diese Daten könnten weitere Hinweise auf die Inflationsaussichten und den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern – und damit auch die weitere Richtung für den Goldpreis vorgeben.

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