Goldpreis fällt vier Tage in Folge – Dollar und Fed im Fokus
Starke US-Wirtschaftsdaten stützen den Dollar und dämpfen Zinssenkungshoffnungen – Gold verliert wöchentlich rund zwei Prozent.

Die Goldpreise stehen unter Druck. Am Freitag verzeichnete das Edelmetall den vierten Rückgang in Folge, nachdem eine Reihe starker US-Konjunkturdaten den Dollar beflügelte und die Erwartungen an baldige Zinssenkungen der Federal Reserve deutlich zurückschraubte. Der Spot-Goldpreis sank um 0,7 % auf 4.620,67 US-Dollar pro Unze, während US-Gold-Futures um 1,3 % auf 4.624,87 US-Dollar nachgaben. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf rund 2 %.
Der US Dollar Index legte im asiatischen Handel um 0,3 % zu und erreichte ein Zwei-Wochen-Hoch. Auf Wochensicht steuerte der Greenback auf ein Plus von mehr als 1 % zu. Ein stärkerer Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb des US-Währungsraums und belastet damit die Nachfrage nach dem Edelmetall spürbar.
Inflationsdaten schüren Sorgen vor weiterer Fed-Straffung
Die in dieser Woche veröffentlichten US-Wirtschaftsdaten fielen durchweg besser als erwartet aus und verstärkten die Inflationssorgen der Märkte. Die US-Erzeugerpreise verzeichneten im April den stärksten jährlichen Anstieg seit vier Jahren, und auch die Verbraucherinflation überraschte auf der Oberseite. Zudem unterstrichen die Einzelhandelsumsätze eine robuste Verbrauchernachfrage – trotz steigender Energiekosten.
In der Folge schraubten Händler ihre Erwartungen für Zinssenkungen der Federal Reserve in diesem Jahr deutlich zurück. Einige Anleger begannen sogar, die Möglichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung einzupreisen. Gold, das keine Zinserträge abwirft, verliert in einem Umfeld steigender Zinsen traditionell an Attraktivität – auch wenn es als klassische Absicherung gegen Inflation und geopolitische Unsicherheit gilt.
Trump-Xi-Gespräche und Nahost-Spannungen im Blick
Neben den Konjunkturdaten richtete sich das Augenmerk der Anleger auf den Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking. Beide Seiten bezeichneten die Gespräche als konstruktiv, doch nach dem ersten Verhandlungstag zeichneten sich keine größeren politischen Durchbrüche ab. Die Märkte erhofften sich Signale zu den Handelsbeziehungen zwischen den USA und China sowie zum Iran-Konflikt.
Trump schlug am frühen Freitag in Bezug auf den Iran scharfe Töne an und schrieb auf Truth Social von einer „militärischen Dezimierung des Irans". Die Äußerungen unterstrichen die anhaltenden geopolitischen Risiken. Höhere Ölpreise infolge von Störungen in der Straße von Hormus schüren zusätzlich die Befürchtungen eines anhaltenden globalen Inflationsdrucks – was die Aussichten für Gold weiter verkompliziert.
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Zur AktienanalyseAuch Silber und Platin unter Druck
Die Schwäche beschränkte sich nicht auf Gold allein. Silber verlor 2,6 % und fiel auf 81,30 US-Dollar pro Unze. Platin gab um 1,5 % auf 2.028,60 US-Dollar pro Unze nach. Damit standen alle drei Edelmetalle zum Wochenschluss deutlich im Minus.
Für deutsche Anleger bleibt die Entwicklung des Goldpreises eng mit der Geldpolitik der US-Notenbank und der Stärke des US-Dollars verknüpft. Solange die Inflationsdaten aus den USA robust bleiben und Zinssenkungshoffnungen gedämpft werden, dürfte der Gegenwind für das Edelmetall anhalten.


