Goldpreis gibt nach – Wochenplus trotz US-Iran-Unsicherheit
Gold notiert leicht im Minus, steuert aber auf den dritten Wochenanstieg in Folge zu – Anleger warten auf CPI-Daten und Nahost-Gespräche.

Die Goldpreise gaben im asiatischen Handel am Freitag leicht nach, bleiben aber auf Kurs für einen soliden Wochengewinn. Spot-Gold fiel bis 06:31 Uhr GMT um 0,2 % auf 4.752,29 US-Dollar pro Unze und notierte damit knapp unter den jüngsten Dreiwochenhochs. Die US-Gold-Futures verloren 0,9 % auf 4.776,67 US-Dollar.
Auf Wochensicht steuert das Edelmetall auf ein Plus von rund 1,5 % zu. Das wäre der dritte wöchentliche Anstieg in Folge – ein Zeichen dafür, dass die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten die Nachfrage nach sicheren Häfen weiterhin antreiben.
Waffenstillstand mit Rissen – Straße von Hormus bleibt geschlossen
Der zu Beginn der Woche verkündete vorübergehende Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran hatte die globalen Märkte zunächst stabilisiert. Das Abkommen zeigt jedoch deutliche Risse: Anhaltende militärische Aktivitäten im Libanon belasten die Stimmung, und die Straße von Hormus – eine kritische Versorgungsader für die weltweite Ölversorgung – bleibt weitgehend geschlossen. US-Präsident Donald Trump kritisierte den Iran dafür, eine „schlechte Arbeit" dabei zu leisten, den Fluss von Energielieferungen zu ermöglichen.
Die Aufmerksamkeit der Märkte richtet sich nun auf die für das Wochenende geplanten US-Iran-Gespräche in Islamabad. Iranische Medien berichteten jedoch, dass Teheran die Ankunft einer Verhandlungsdelegation dementiert habe. Den Berichten zufolge bleiben die Gespräche ausgesetzt, solange Washington seine Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Waffenstillstand im Libanon nicht einhält und israelische Angriffe andauern.
Ölpreise und Inflation belasten den Ausblick
Die Rohölpreise gaben in dieser Woche nach, nachdem sie infolge von Trumps Drohung, den Iran auszulöschen, in die Nähe von 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen waren. Die erhöhten Energiepreise haben die weltweiten Inflationssorgen geschürt und verkomplizieren den Ausblick für die Zentralbanken. Analysten warnen, dass die Zinssätze dadurch potenziell länger auf einem höheren Niveau verbleiben könnten.
Für deutsche Anleger ist das besonders relevant: Eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve würde den Dollar stärken und die Attraktivität von Edelmetallen beeinflussen. Aktuell steuert der US-Dollar-Index jedoch auf einen Wochenverlust von mehr als 1 % zu – was Gold für Käufer aus Übersee günstiger macht und die jüngsten Gewinne des Metalls stützt.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseCPI-Daten im Fokus – Inflation dürfte gestiegen sein
Im Laufe des Freitags werden die US-Verbraucherpreisdaten (CPI) veröffentlicht, die weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern sollen. Ökonomen erwarten, dass sich die Gesamtinflation aufgrund des Anstiegs der Energiepreise infolge des Nahostkonflikts beschleunigen wird. Die Daten könnten die Märkte in beide Richtungen bewegen.
Auch die anderen Edelmetalle zeigten eine gemischte Entwicklung: Silber legte um 0,3 % auf 75,54 US-Dollar pro Unze zu, während Platin um 1,8 % auf 2.065,97 US-Dollar pro Unze nachgab. Bei den Industriemetallen stiegen die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange um 0,4 % auf 12.743,33 US-Dollar pro Tonne, während US-Kupfer-Futures um 0,6 % auf 5,79 US-Dollar pro Pfund zulegten.


