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Goldpreis hält sich über 4.300 Dollar trotz gemischter Signale

Schwache US-Arbeitsmarktdaten und nachlassende Nahost-Spannungen dämpfen Zinserhöhungserwartungen und stützen den Goldpreis.

Goldpreis hält sich über 4.300 Dollar trotz gemischter Signale

Gold hält sich am Donnerstag stabil über der Marke von 4.300 Dollar pro Unze. Der meistgehandelte Comex-Dezember-Kontrakt notierte um 14:38 Uhr New Yorker Zeit bei 4.301 Dollar – nahezu unverändert nach einer Rally von 4 Prozent am Mittwoch und auf dem höchsten Stand seit dem 17. Juni.

Das Edelmetall hat im vergangenen Jahr rund 25 Prozent zugelegt. Dennoch liegt es noch etwa 23 Prozent unter seinem Ende Januar erreichten Rekordhoch von fast 5.600 Dollar pro Unze.

Zwei wesentliche Faktoren treiben die aktuelle Entwicklung: Zum einen haben Fortschritte bei der Wiederöffnung der Straße von Hormus die Ölpreise in dieser Woche um rund 10 Prozent gedrückt und damit Inflationssorgen gemildert. Präsident Donald Trump erklärte, Washington und der Iran hätten „sehr gute Gespräche" über einen Waffenstillstand und den Schutz des Schiffsverkehrs durch die Wasserstraße geführt.

Schwache ADP-Daten belasten Zinserwartungen

Zum anderen enttäuschten die US-Arbeitsmarktdaten des Dienstleistungsunternehmens ADP deutlich. US-Privatunternehmen schufen im Juli lediglich 44.000 neue Stellen – weit unter den Erwartungen von rund 70.000. Diese Schwäche nährt die Hoffnung, dass die US-Notenbank Federal Reserve weniger Anlass für eine weitere Straffung der Geldpolitik haben könnte.

Allerdings sendet die Fed selbst gemischte Signale. Fed-Gouverneurin Lisa Cook erklärte am Mittwoch, sie sei weiterhin bereit, die Zinsen anzuheben, sollte sich die Inflation nicht abkühlen. Laut Bloomberg warnte sie, dass die Entscheidungsträger möglicherweise nicht den Luxus hätten, mit der Rückführung der Inflation auf das 2-Prozent-Ziel der Zentralbank zu warten.

Auch Goldaktien profitierten von der positiven Stimmung. Agnico Eagle Mines stieg in Toronto um 1,26 Prozent auf 235,17 Dollar, Newmont gewann 1,09 Prozent auf 105,38 Dollar und Barrick Mining legte um 0,63 Prozent auf 41,33 Dollar zu.

Globale Goldnachfrage auf niedrigstem Stand seit 2021

Trotz der aktuellen Stärke des Edelmetalls bleibt der mittelfristige Ausblick gemischt. Die weltweite Goldnachfrage fiel im zweiten Quartal auf 942 Tonnen – den niedrigsten Stand seit Ende 2021. Die Investmentnachfrage halbierte sich in etwa, und goldgedeckte börsengehandelte Fonds (ETFs) verloren laut World Gold Council rund 45 Tonnen.

Zentralbanken federten einen Teil dieser Schwäche ab: Sie kauften im Quartal 289 Tonnen Gold – etwa das 1,6-Fache des Vorjahrestempos. Chinesische institutionelle Anleger erhöhten angesichts der Volatilität bei Technologieaktien zudem ihre Allokationen in goldgedeckte Fonds weiter.

Silber gab derweil um 0,92 Prozent auf 61,71 Dollar pro Unze nach, nachdem es am Mittwoch erstmals seit sieben Wochen über die Marke von 62 Dollar gestiegen war. Das Metall liegt damit noch deutlich unter seinem Rekordwert vom Januar von 121,67 Dollar.

Non-Farm Payrolls als nächster großer Test

Der US-Arbeitsmarktbericht (Non-Farm Payrolls) am Freitag gilt als nächste wichtige Weichenstellung für den Goldpreis. Ein weiterer schwacher Beschäftigungswert würde die Erwartungen an eine lockerere Geldpolitik verstärken und das Edelmetall stützen. Ein überraschend starkes Ergebnis hingegen könnte die Erwartungen an eine straffere Geldpolitik wiederbeleben und Gold unter Druck setzen.

Für deutsche Anleger bleibt Gold damit ein Markt, der stark von der US-Zinspolitik und geopolitischen Entwicklungen abhängt – zwei Faktoren, die in den kommenden Wochen weiterhin für Bewegung sorgen dürften.

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