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Goldpreis springt nach US-Iran-Rahmenabkommen auf 4345 Dollar

Das Edelmetall legt nach der überraschenden Einigung zwischen Washington und Teheran kräftig zu – ein Plus von über 300 Dollar seit Donnerstag.

Goldpreis springt nach US-Iran-Rahmenabkommen auf 4345 Dollar

Der Goldpreis hat am Montag, dem 15. Juni 2026, einen deutlichen Sprung nach oben vollzogen. Auslöser war die Nachricht, dass die USA und der Iran ein Rahmenabkommen zur Beilegung des Krieges vereinbart haben. In der Spitze kletterte die Feinunze auf rund 4.345 US-Dollar – das entspricht einem Tagesgewinn von rund 126 Dollar gegenüber dem Freitagsschlusskurs. Seit Donnerstag summiert sich der Anstieg auf mehr als 300 Dollar.

Sowohl die US-Regierung als auch der Iran bestätigten die Einigung nach wochenlangen Gesprächen. Auch der Vermittler Pakistan bekräftigte die Verständigung, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtete. Im Zuge der Meldung geriet der US-Dollar unter Druck, während andere Währungen zulegen konnten. Das kommt Gold klassischerweise zugute: Da das Edelmetall weltweit in Dollar gehandelt wird, macht eine schwächere US-Währung Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger – und kurbelt die Nachfrage an.

Zinsentscheidungen und Ölpreise als Zusatzfaktoren

Die Entwicklung fällt zeitlich mit einer Phase zusammen, in der mehrere Zentralbanken über ihre Leitzinsen entscheiden – darunter die US-Notenbank Federal Reserve. Am Markt gilt es als wahrscheinlich, dass die Fed am Mittwoch die Zinsen unverändert lässt. Gleichzeitig könnten sinkende Ölpreise infolge der US-Iran-Einigung die Inflationserwartungen dämpfen – und damit die Spekulationen darüber verschieben, ob und wie stark die Fed im weiteren Jahresverlauf noch an der Zinsschraube drehen muss.

Justin Lin, Analyst beim New Yorker Vermögensverwalter Global X Management, sieht weiteres Aufwärtspotenzial, falls es zu einer endgültigen Beilegung des Konflikts kommt und die Straße von Hormus wieder geöffnet wird. In diesem Szenario könnten Zentralbanken die Sorgen um Energiesicherheit stärker ausblenden und wieder in größerem Umfang Gold kaufen – was den Preis weiter antreiben würde. Laut dem Analysehaus Tradingview lag der Goldpreis zuletzt bei rund 4.335 Dollar (Stand: 14:30 Uhr).

Rückblick: Wie Gold in den Strudel geriet

Um die aktuelle Erholung einzuordnen, lohnt ein Blick auf die turbulenten Wochen zuvor. Am 12. Juni hatte der Goldpreis seine mehrtägige Abwärtsserie zunächst gestoppt, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, geplante schwere Angriffe auf den Iran abzusagen. In der Spitze stieg der Kurs damals bis auf 4.243,41 Dollar je Feinunze – nachdem er in der Nacht zuvor auf gut 4.024 Dollar gefallen war, dem tiefsten Stand seit November.

Trump begründete seinen Kurswechsel auf seiner Plattform Truth Social mit Gesprächen, die nach seinen Angaben die höchste Ebene der iranischen Führung erreicht hätten. Er nannte eine Reihe beteiligter Akteure, darunter die USA, Israel, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, die Türkei, Pakistan, Bahrain, Kuwait, Jordanien und Ägypten. Eine Unterzeichnung eines entsprechenden Abkommens stellte er in Aussicht; Zeitpunkt und Ort sollten demnach in Kürze bekanntgegeben werden.

Drei-Monats-Tief Anfang Juni

Noch am 10. Juni hatte der Goldpreis den tiefsten Stand seit fast drei Monaten markiert. An der Londoner Börse kostete eine Feinunze zeitweise nur noch 4.161,60 US-Dollar – rund zwei Prozent weniger als am Vortag. Tiefer hatte die Notierung zuletzt am 23. März gelegen. Seit Mitte Mai hatte sich der Verkaufsdruck spürbar verstärkt, angetrieben von Spekulationen auf weitere Zinserhöhungen großer Notenbanken.

Rohstoffanalyst Carsten Fritsch von der Commerzbank verwies auf einen „kräftigen Abfluss" aus goldgedeckten Wertpapieren. Auslöser war ein robuster US-Arbeitsmarktbericht, der die Wetten auf einen höheren Fed-Leitzins befeuert hatte. Gold, das keine laufenden Zinsen abwirft, verliert in einem solchen Umfeld gegenüber Staatsanleihen an Attraktivität. Fritsch warnte damals: Falls die Inflation höher als erwartet ausfalle, „dürfte der Goldpreis weiter nachgeben."

Geopolitik und Zinsen als Dauerthema

Bereits Ende April hatte das Zusammenspiel aus Inflationsrisiken und Zinssorgen den Goldpreis belastet. Am 23. April rutschte die Feinunze zeitweise auf 4.703 US-Dollar. Rhona O'Connell, Leiterin der Marktanalyse für Europa, Naher Osten, Afrika und Asien beim Finanzdienstleister StoneX, brachte es damals auf den Punkt: „Der Edelmetallmarkt wird weiterhin von Vorsicht und Volatilität geprägt sein." Professionelle Handelshäuser zögerten angesichts der geopolitischen Risiken, größere Positionen einzugehen.

Trotz der heftigen Korrekturbewegungen der vergangenen Wochen bleibt der langfristige Aufwärtstrend beim Gold beeindruckend. Treiber waren in den vergangenen Jahren verstärkte Käufe von Zentralbanken, anhaltende geopolitische Spannungen und ein schwindendes Vertrauen in den US-Dollar als Leit- und Reservewährung. Im Januar 2026 markierte der Goldpreis ein Rekordhoch bei zeitweise 5.595 Dollar je Feinunze – ein Niveau, das die aktuellen Kurse noch weit hinter sich lässt und das Aufwärtspotenzial bei einer nachhaltigen Entspannung im Nahen Osten verdeutlicht.

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