Goldpreis stabil vor Trump-Xi-Gipfel – Inflation bremst Aufwärtspotenzial
Anleger agieren vorsichtig vor dem Treffen der beiden Staatschefs in Peking, während steigende Ölpreise die Inflation anheizen.

Der Goldpreis zeigte sich am Donnerstag im asiatischen Handel kaum verändert. Der Spot-Goldpreis notierte nahezu unverändert bei 4.691,12 US-Dollar pro Unze, nachdem das Edelmetall in den beiden vorangegangenen Handelssitzungen bereits gefallen war. Die US-Gold-Futures gaben leicht um 0,2 Prozent auf 4.697,97 US-Dollar nach.
Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht das bevorstehende Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking. Anleger weltweit beobachten die Entwicklungen genau, da die Gespräche voraussichtlich Handelsbeziehungen, den Iran-Konflikt sowie Risiken für globale Lieferketten umfassen werden. Die Märkte erhoffen sich Signale, dass die beiden Staatschefs die geopolitischen Spannungen entschärfen könnten, die in den vergangenen Wochen Rohstoff- und Devisenmärkte belastet haben.
Gold, das traditionell als sicherer Hafen in Zeiten geopolitischer Unsicherheit gilt, erhielt eine gewisse Unterstützung durch die anhaltenden Sorgen rund um den Nahostkonflikt. Besonders die Lage an der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Routen für weltweite Öllieferungen – sorgt für Nervosität an den Märkten.
Inflation und starker Dollar bremsen Gold
Trotz der geopolitischen Unterstützung begrenzen makroökonomische Faktoren das Aufwärtspotenzial des Edelmetalls erheblich. Die US-Erzeugerpreise stiegen im April so schnell wie seit 2022 nicht mehr, und auch die Verbraucherinflation fiel stärker als erwartet aus. Als Haupttreiber gelten die höheren Energiekosten, die im Zusammenhang mit dem Iran-Konflikt stehen und sich zunehmend in der Gesamtwirtschaft bemerkbar machen.
Diese Inflationsdaten nähren die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve die Zinssätze länger auf einem erhöhten Niveau belassen könnte. Für Gold, das selbst keine Zinsen abwirft, ist ein Hochzinsumfeld traditionell nachteilig, da verzinsliche Anlagen im Vergleich attraktiver werden. Zusätzlich bewegte sich der US-Dollar-Index nach den Inflationsdaten nahe einem Zwei-Wochen-Hoch, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert und die Nachfrage dämpft.
Ölpreise, die sich weiterhin über der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel hielten, bleiben ein zentrales Thema für die Finanzmärkte. Händler befürchten, dass anhaltende Lieferunterbrechungen am Persischen Golf den globalen Inflationsdruck weiter verschärfen könnten – ein Szenario, das die Geldpolitik der großen Notenbanken zusätzlich unter Druck setzen würde.
Indien erhöht Einfuhrzölle auf Edelmetalle
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Zur AktienanalyseEin weiterer Belastungsfaktor für den Goldmarkt kommt aus Asien: Indien hat entschieden, die Einfuhrzölle auf Gold und Silber anzuheben. Ziel dieser Maßnahme ist es, Auslandskäufe der Metalle zu begrenzen und damit die eigenen Devisenreserven zu stützen. Da Indien zu den weltweit größten Goldverbrauchern zählt, könnte dieser Schritt die physische Nachfrage spürbar dämpfen und den internationalen Goldmarkt belasten.
Bei den anderen Edelmetallen zeigte sich ein gemischtes Bild: Silber legte leicht um 0,1 Prozent auf 87,66 US-Dollar pro Unze zu, während Platin um 0,3 Prozent auf 2.141,60 US-Dollar pro Unze stieg. Die Entwicklung der kommenden Tage dürfte maßgeblich vom Ausgang des Trump-Xi-Gipfels sowie von weiteren Signalen der Federal Reserve zur Zinspolitik abhängen.


