Goldpreis stabilisiert sich trotz Iran-Krieg und Zinsunsicherheit
Gold hält sich stabil, doch Inflationssorgen und steigende Zinsen belasten das Edelmetall weiterhin erheblich.

Die Goldpreise haben sich am Montag im asiatischen Handel stabilisiert, ohne jedoch nennenswerte Gewinne verbuchen zu können. Der Spot-Goldpreis notierte bei 4.612,98 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 0,4 Prozent auf 4.624,14 US-Dollar pro Unze nachgaben. Das Edelmetall verzeichnete damit Verluste in zwei aufeinanderfolgenden Monaten.
Der Grund für die anhaltende Schwäche: Die Nachfrage nach sicheren Häfen infolge des Krieges zwischen den USA und dem Iran wird zunehmend von Sorgen über dessen inflationäre Auswirkungen überlagert. Steigende Energiepreise und geopolitische Unsicherheit belasten die Inflationserwartungen weltweit – ein Umfeld, das für unverzinsliche Anlagen wie Gold traditionell ungünstig ist.
Straße von Hormus im Fokus
US-Präsident Donald Trump kündigte am Sonntagabend eine Operation zur Unterstützung von Handelsschiffen bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus an. Details zu den genauen Maßnahmen nannte Trump nicht. Das US-Zentralkommando (U.S. Central Command) erklärte jedoch, dass die Operation weitere militärische Verlegungen von Schiffen und Personal im Nahen Osten umfassen werde.
Iranische Beamte reagierten mit einer deutlichen Warnung: Jede US-Intervention in der Straße von Hormus werde als Verletzung des fragilen Waffenstillstands betrachtet. Gleichzeitig teilte das iranische Außenministerium mit, es habe die Antwort der USA auf seinen 14-Punkte-Plan zur Wiedereröffnung von Hormus und zur Beendigung des Krieges erhalten. Ein klarer, kurzfristiger Weg zur Lösung des Konflikts zeichnet sich dennoch nicht ab – ein Umstand, der die Ölpreise voraussichtlich hochhalten und die Inflationssorgen weiter befeuern dürfte.
Fed und globale Zentralbanken signalisieren härtere Gangart
Neel Kashkari, Präsident der Federal Reserve von Minneapolis, warnte am Sonntag, dass ein langwieriger Iran-Krieg erhebliche Inflations- und Wirtschaftsrisiken berge. Er betonte zudem, dass die anhaltende Unsicherheit die Fähigkeit der Fed einschränke, verlässliche Zinsprognosen abzugeben. Zinserhöhungen schloss Kashkari dabei ausdrücklich nicht aus.
Berichten zufolge gehörte Kashkari zu einer ungewöhnlich hohen Zahl von Fed-Entscheidungsträgern, die sich in der vergangenen Woche gegen die bisherige Lockerungstendenz der Notenbank aussprachen. Hintergrund ist die zunehmende Besorgnis über eine durch Energiepreise getriebene Inflation.
Auch andere große Zentralbanken weltweit reagieren auf die veränderte Lage. Die Bank of Japan, die Europäische Zentralbank und die Bank of England deuteten in der vergangenen Woche potenzielle Zinserhöhungen an. Die Reserve Bank of Australia soll die Zinsen bereits am Dienstag anheben. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten für Investitionen in Gold, da das Edelmetall selbst keine Zinsen abwirft – ein struktureller Nachteil in einem Umfeld steigender Leitzinsen.
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Zur AktienanalyseSilber und Platin mit Gewinnen
Während Gold unter Druck bleibt, entwickelten sich andere Edelmetalle am Montag positiv. Spot-Silber stieg um 0,4 Prozent auf 75,6945 US-Dollar pro Unze. Spot-Platin legte sogar um 0,9 Prozent auf 2.010,00 US-Dollar pro Unze zu.
Für Anleger bleibt die Lage komplex: Einerseits bietet der anhaltende Nahost-Konflikt grundsätzlich Unterstützung für sichere Häfen wie Gold. Andererseits drohen steigende Zinsen und Inflationserwartungen, diesen Effekt zu neutralisieren oder sogar umzukehren. Solange kein klares Ende des Iran-Krieges in Sicht ist und die Zentralbanken ihren restriktiveren Kurs fortsetzen, dürfte Gold in einem engen Spannungsfeld verharren.


