Goldpreis stagniert: Iran-Waffenstillstand und US-Inflationsdaten im Fokus
Geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten und bevorstehende US-Verbraucherpreisdaten halten den Goldmarkt in Atem.

Die Goldpreise zeigten sich am Donnerstag im asiatischen Handel weitgehend unverändert. Der Spot-Goldpreis verharrte bei 4.720,68 US-Dollar pro Unze, während die US-Gold-Futures für Juni um 0,7 Prozent auf 4.743,00 Dollar je Unze nachgaben. Damit folgte auf einen verhaltenen Vortag, an dem das Edelmetall zwar 0,3 Prozent zulegen konnte, zwischenzeitlich jedoch um bis zu 3 Prozent gestiegen war.
Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht ein fragiler Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran. Der von Pakistan vermittelte Waffenstillstand sieht eine zweiwöchige Waffenruhe vor, die die Feindseligkeiten beenden und die strategisch bedeutsame Straße von Hormus wieder öffnen soll. Dieser Meerenge kommt eine zentrale Rolle für den globalen Öltransport zu – ihre Sperrung durch den Iran hatte zuvor erhebliche Angebotssorgen ausgelöst.
Widersprüchliche Signale belasten die Marktstimmung
Die Hoffnung auf eine dauerhafte Entspannung trübte sich jedoch schnell ein. Der Iran erklärte, Friedensgespräche mit den USA seien unter den derzeitigen Bedingungen „unangemessen". Gleichzeitig kündigte US-Präsident Donald Trump an, das amerikanische Militär werde in der Region verbleiben, bis ein „echtes Abkommen" erzielt sei. Hinzu kamen anhaltende israelische Angriffe auf den Libanon, die weitere Zweifel an der Stabilität der Waffenruhe schürten.
Die Analysten der ING brachten die Lage auf den Punkt: „Widersprüchliche geopolitische Signale sorgen für eine volatile Preisentwicklung bei Gold, wobei die Nachfrage nach sicheren Häfen durch Verschiebungen in der Risikostimmung und Dollarbewegungen ausgeglichen wird." Mit Blick auf die weitere Entwicklung ergänzten sie: „Weitere Klarheit über die Dauerhaftigkeit und den Umfang des Waffenstillstands wird entscheidend dafür sein, ob die Preise wieder an Aufwärtsdynamik gewinnen können."
Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Der jüngste Anstieg der Ölpreise – ausgelöst durch die Spannungen rund um die Straße von Hormus – setzte das Edelmetall jedoch unter Druck, da er die weltweiten Inflationssorgen neu entfachte. Auch der US-Dollar stabilisierte sich nach einem Rückgang von 0,7 Prozent in der Vorsitzung, was weiteren Goldgewinnen entgegenwirkte.
US-Verbraucherpreisindex als nächster Kurstreiber
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseAlle Augen richten sich nun auf die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreisdaten (CPI) für März am Freitag. Die Märkte erwarten einen deutlichen Anstieg, da der energiegetriebene Preisdruck durch den jüngsten Ölschock weiterhin auf die Wirtschaft durchschlägt. Die Daten dürften wichtige Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank Federal Reserve liefern – und damit auch den weiteren Goldpreisverlauf maßgeblich beeinflussen.
Auch die übrigen Edelmetalle standen unter Druck. Silber verlor 0,3 Prozent auf 73,89 Dollar pro Unze, Platin gab um 1 Prozent auf 2.011,14 Dollar je Unze nach. Am Industriemetallmarkt fielen die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange um 0,6 Prozent auf 12.625,33 Dollar pro Tonne, während die US-Kupfer-Futures um 0,5 Prozent auf 5,72 Dollar je Pfund nachgaben. Die breite Schwäche im Rohstoffsektor spiegelt die allgemeine Verunsicherung der Märkte wider.


