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Goldpreis steigt nach Israel-Libanon-Waffenstillstand vor US-Jobdaten

Gold legt fast 1% zu, während Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht warten und Nahost-Spannungen die Märkte belasten.

Goldpreis steigt nach Israel-Libanon-Waffenstillstand vor US-Jobdaten

Die Goldpreise haben am Donnerstag um knapp 1% zugelegt, nachdem Washington eine Waffenstillstandsvereinbarung zwischen Israel und dem Libanon bekanntgegeben hatte. Der Gold-Spotpreis stieg bis 06:12 Uhr GMT um 0,9% auf 4.476,07 US-Dollar pro Unze, während die US-Gold-Futures um 0,8% auf 4.502,84 US-Dollar pro Unze zulegten. Damit erholte sich das Edelmetall teilweise von einem Rückgang von mehr als 1% in der vorangegangenen Sitzung, der durch einen stärkeren US-Dollar verursacht worden war.

Das Waffenstillstandsabkommen zwischen Israel und dem Libanon, das Washington am späten Mittwoch bekanntgab, hängt jedoch davon ab, dass die Hisbollah ihre Feindseligkeiten einstellt. Die Anleger blieben angesichts der weiterhin erhöhten militärischen Spannungen in der Region vorsichtig. Zu den neuen Eskalationen am Mittwoch zählten Berichte über iranische Raketenangriffe auf Kuwait und Bahrain sowie US-Angriffe auf die iranische Insel Qeschm nahe der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

Ölpreise und Inflationssorgen im Fokus

Die Ölpreise gaben am Donnerstag im asiatischen Handel nach, nachdem sie drei Sitzungen in Folge Gewinne verzeichnet hatten. Dieser Rückgang milderte die unmittelbaren Sorgen, dass steigende Energiekosten die weltweite Inflation weiter anheizen könnten – ein Faktor, der zuletzt auch auf dem Goldmarkt lastete.

Gleichzeitig richten sich die Blicke der Investoren auf die bevorstehenden US-Wirtschaftsdaten. Im Mittelpunkt steht der für Freitag erwartete Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft, die sogenannten Nonfarm Payrolls. Diese Daten gelten als wichtiger Indikator für die künftige Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve.

Bereits am Mittwoch lieferten Wirtschaftsdaten gemischte Signale: Der Lohnabrechner ADP meldete, dass private Arbeitgeber in den USA im Mai 122.000 neue Stellen geschaffen haben – mehr als von Ökonomen erwartet und eine Verbesserung gegenüber dem Vormonat. Gleichzeitig zeigte die ISM-Umfrage, dass ein Maß für die von US-Dienstleistungsunternehmen gezahlten Preise auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen ist, angetrieben durch höhere Kosten für Erdölprodukte und andere Rohstoffe.

Federal Reserve und der Zinsdruck auf Gold

Diese Datenlage bestärkte die Erwartung, dass die Federal Reserve die Zinssätze länger auf einem hohen Niveau belassen könnte. Hohe Zinsen belasten traditionell unverzinste Anlagen wie Gold, da Anleger in diesem Umfeld eher zinstragende Wertpapiere bevorzugen. Der US-Dollar-Index gab am Donnerstag um 0,1% nach, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung auf ein Zweimonatshoch geklettert war.

Auch andere Edelmetalle verzeichneten Gewinne: Silber stieg um 0,9% auf 73,41 US-Dollar pro Unze, während Platin um 1,3% auf 1.884,60 US-Dollar pro Unze zulegte. Beim Industriemetall Kupfer hingegen gab es Verluste: Die Benchmark-Kupfer-Futures an der London Metal Exchange fielen um 0,4% auf 13.745,33 US-Dollar pro Tonne, die US-Kupfer-Futures sanken um 0,6% auf 6,44 US-Dollar pro Pfund.

Die Analysten der ING kommentierten die Marktbewegungen in einer Mitteilung: „Trotz anhaltender Angebotsrisiken belasteten Sorgen über ein schwächeres globales Wachstum, höhere Energiekosten und die Inflation die Stimmung." Zudem wiesen sie darauf hin: „Die Bewegung spiegelt auch Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rallye wider, die von der Erwartung eines knapper werdenden Angebots vor möglichen US-Importzöllen getragen wurde."

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