Goldpreis steigt über 5.000 Dollar: Iran-Konflikt befeuert Nachfrage
Spannungen im Nahen Osten und Gelegenheitskäufe treiben das Edelmetall auf wichtige Marken.

Der Goldpreis ist am Mittwoch im asiatischen Handel deutlich gestiegen und hat die psychologisch wichtige Marke von 5.000 Dollar pro Unze wieder überschritten. Der Kassapreis kletterte um 2,3 Prozent auf 5.060,28 Dollar, während die Gold-Futures für April sogar um 2,9 Prozent auf 5.078,96 Dollar zulegten. Die Erholung setzt sich damit nach den heftigen Verlusten der Vorwoche fort, als Gold zeitweise mehr als 1.000 Dollar einbüßte.
Auslöser für die erneute Flucht in den sicheren Hafen sind eskalierende Spannungen zwischen den USA und dem Iran. Berichten zufolge schossen US-Streitkräfte eine iranische Drohne über dem Arabischen Meer ab. Gleichzeitig näherten sich iranische Kanonenboote einem mit den USA verbundenen Tanker in der strategisch wichtigen Straße von Hormuz. Diese Vorfälle überschatten die angekündigten Gespräche zwischen Teheran und Washington, die für Freitag angesetzt sind.
Neben der geopolitischen Unsicherheit profitiert Gold auch von Gelegenheitskäufen. Viele Anleger nutzen die Preiskorrektur der Vorwoche, um wieder einzusteigen. Damals war das Edelmetall von seinem Rekordhoch bei fast 5.600 Dollar deutlich zurückgefallen, nachdem Spekulationen über eine weniger lockere Geldpolitik unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh den Dollar gestärkt hatten.
Fundamentale Stärke bleibt intakt
Analysten der ANZ betonen, dass die grundlegenden Treiber der Goldpreisstärke weiterhin Bestand haben. Dazu zählen die anhaltende Nachfrage nach sicheren Anlagen, physische Käufe und die fortgesetzten Goldkäufe der Zentralbanken. Trotz der jüngsten Volatilität liegt Gold im laufenden Jahr 2026 mit einem Plus von knapp 15 Prozent deutlich im Plus.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten am Mittwoch kräftige Gewinne. Silber stieg um 2,8 Prozent auf 87,50 Dollar pro Unze, Platin legte sogar um 3 Prozent auf 2.286,72 Dollar zu. OCBC-Analysten sehen darin ein Zeichen, dass der Zwangsverkaufsdruck und margin-bedingte Liquidierungen vorerst nachgelassen haben.
Erholung bleibt fragil
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Zur AktienanalyseAllerdings warnen die Experten vor übertriebener Euphorie. Die Erholung erscheine weiterhin fragil, insbesondere angesichts der hohen Sensibilität gegenüber dem US-Dollar, der Neubewertung von Anleiherenditen und der Unsicherheit über die künftige Fed-Politik. Dennoch interpretiert OCBC den jüngsten Preisrückgang eher als Normalisierung denn als Trendwende.
Für das Jahresende 2026 bekräftigt das Maklerhaus seine Kursziele von 5.600 Dollar für Gold und 133 Dollar für Silber. Silber dürfte dabei besonders von seiner Doppelrolle als Edel- und Industriemetall profitieren. Die geopolitischen und fiskalischen Risiken sprechen aus Sicht der Analysten weiterhin für eine anhaltend starke Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.

